Die Egils saga einhenda ok Ásmundar berserkjabana zählt zu den Vorzeitsagas und stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Die folgende Übersetzung basiert auf Guðni Jónssons Ausgabe der Fornaldarsögur Norðurlanda.

Die Saga vom einhändigen Egil und von Asmund, dem Berserkertöter

1. Kapitel
Ein König hieß Hertrygg. Er herrschte im Osten über Rußland. Das ist ein großes, bergiges Land, das zwischen Hunnenland und Gardariki liegt. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter, die beide Hild hießen. Sie waren schön, von guter Gesinnung und wurden in passender Weise großgezogen. Der König liebte seine Töchter sehr. Eines Tages geschah es, daß der König auf die Jagd und die ältere Hild mit ihren Dienerinnen Haselnüsse sammeln ging. Sie wurde Brynhild genannt. Das kam daher, daß sie sich in ritterlichen Fähigkeiten übte. Als sie sich gerade auf den Heimweg aus dem Wald machten, kam ein großes Tier, das Hjasi heißt, auf sie zu. Das war groß und wild. Es lebt am längsten von allen Tieren und es ist eine alter Ausspruch, daß einer, der alt ist, so alt wie ein Hjasi ist. Es sieht aus wie ein Vielfraß und hat so große Ohren, daß sie den Erdboden berühren. Als sie das Tier sahen, lief jede ihres Weges, aber das Tier ergriff die Königstochter und lief in den Wald. Die Frauen erzählten zu Hause, was geschehen war. Der König wurde sehr bekümmert und ließ nach ihr suchen, doch sie wurde nirgends gefunden. Es kam niemand, der ihm etwas von ihr berichten konnte. Wie üblich wurde es langsam still um die Sache, und die Zeit bis Weihnachten verging.

2. Kapitel
An Weihnachten veranstaltete der König eine großartiges Fest. Die jüngere Hild beschäftigte sich mit Handarbeiten und saß in ihrem Gemach, und sie wurde Bekkhild genannt. Sie war klug. Am ersten Weihnachtstag schickte der König nach seiner Tochter und sie bereitete sich und ihre Dienstmädchen vor. Sie gingen auf die Straße, wobei ihnen in angemessener Weise Höflinge folgten. Aber als sie an einem Kräutergarten vorbeikamen, hörten sie großen Lärm und sahen einen schrecklichen Greif heranfliegen. Es erschien ihnen, als ob sich seine Flügel über die Stadt ausbreiteten, und es kam eine große Dunkelheit. Dieser Greif nahm die Königstochter und flog mit ihr fort. Er erschlug dabei zwei ihrer Dienstleute und alle wurden von großem Schrecken ergriffen.
Diese Nachrichten wurden nun in der Halle bekannt und der König wurde sehr traurig. Er sprach: "Die Verluste, die Wir erleiden, scheinen kein Ende nehmen zu wollen. Ich habe keine Ahnung, was für Unholde dahinter stecken. Deswegen soll meine Botschaft herumgehen, daß, wenn einer dazu bereit ist, nach meinen Töchtern zu suchen, dann soll der, der sie findet, sie zur Frau und ein Drittel meines Reiches bekommen. Wenn sie aber tot aufgefunden werden, soll er das beste Jarltum in meinem Reich und diejenige Heirat, die er will, bekommen."
Viele sagten, es sei einiges geboten worden, aber es sei auch einiges zu vollbringen. Dann verging Weihnachten und jeder begab sich zu seiner Wohnstätte und vielen erschienen diese Neuigkeiten sehr bemerkenswert.
Es verging nun der Winter und der darauffolgende Sommer. Zu Beginn des Herbstes geschah es, daß ein kleines Schiff ankam, das oberhalb der Wasserlinie ganz mit Gold verziert war. Darauf waren dreißig Mann und dazu ihre Diener. Der König hielt sich am Hafen auf und sie gingen zu ihm und grüßten ihn. Er erwiderte ihren Gruß freundlich und fragte, wer sie seien. Der, der sie anführte, sagte, er heiße Asmund und werde Berserkertöter genannt.
"Wie alt bist du?" fragte der König. "Sechzehn Jahre," antwortete Asmund. "Du bist der tüchtigste in diesem Alter, den ich gesehen habe. Woher kommst du gerade?" sagte der König. "Von einem Wikingerzug," antwortete Asmund. "Aber jetzt geht es auf den Winter zu und wir möchten den Winter über Frieden in diesem Land haben. Es fehlt uns nicht an Gut, um für unsere Leute zu bezahlen." Der König sagte, er sei einverstanden. Asmund ließ seine Vorräte vom Schiff bringen und sie erhielten eine angemessene Unterkunft, um ihre Güter aufzubewahren, aber meistens trank Asmund in der Halle des Königs. Asmund und seine Leute waren dort gut gelitten.

3. Kapitel
Als Asmund einen Monat lang dort gewesen war, geschah es eines Tages, während der König beim Trinken saß, daß achtzehn Männer in die Halle kamen, die alle stark verwundet waren. Der, der sie anführte, hieß Rögnvald und war der Landesverteidiger des Königs. Er grüßte den König. Der König erwiderte seinen Gruß freundlich und fragte, wer ihn so übel behandelt habe. "Es ist ein Mann in Euer Land gekommen, der Egil heißt," sagte Rögnvald. "Es ist schlecht mit ihm auszukommen. Er hat in Eurem Land geplündert und ich fuhr ihm mit fünf gut ausgerüsteten Schiffen entgegen. Egil hatte ein einziges Schiff mit dreißig Mann darauf. Ich meinte, sein Schicksal in meinen Händen zu haben, aber wir trennten uns, indem ich flüchten mußte und alle meine Männer bis auf diese hier erschlagen worden waren. Dieser Egil hat nur eine Hand und wird der einhändige Egil genannt, aber er erringt mehr Siege mit der Hand, die ihm fehlt. An dem Arm ist ein Schwert befestigt, das Zwerge gemacht haben und das oberhalb des Handgelenks festgemacht ist. Niemand hält seinen Hieben stand." Dann ging Rögnvald zu seinem Sitzplatz und fiel tot um. Der König sprach: "Ich kann das nicht erdulden, daß du ungerächt bleibst." Asmund antwortete: "Ich könnte Euch Eure Gastfreundschaft am besten dadurch lohnen, diesen Egil zu treffen." "Das will ich gerne," sagte der König, "und nehmt so viele Krieger mit, wie Ihr wollt." "Ich bin es nicht gewohnt, meine Schar um viele Männer zu verstärken," sagte Asmund. "Aber falls Egil ein größeres Heer hat, werden uns die Landesbewohner Unterstützung leisten."

4. Kapitel
Asmund fuhr nun Egil entgegen und forderte seine Männer auf, bewaffnet auf ihn zuzurudern. Egil war nicht unvorbereitet und fragte, wer da so tüchtig heranrudere. Asmund sagte, wer er war, "und ich habe etwas mit dir zu erledigen." "Laß hören," sagte Egil. "Ich will mit der Waffen tauschen," sagte Asmund, "und Schwerter gegen Äxte geben." "Das wollen wir nicht ablehnen," sagte Egil, "Habt ihr viel Wertvolles auf euren Schiffen?" Asmund sagte, daß dies nicht der Fall sei. "Wir wollen das gewinnen, was ihr habt. Oder wie habt ihr vor, den König für euren Raubzug zu entschädigen?" "Wir sind es nicht gewohnt, Geld zu bezahlen," sagte Egil, "auch wenn die Jungs sich Schafe zum Schlachten holen." "Dann müssen wir die Entschädigung selbst holen," sagte Asmund, "denn der König hat mich nach deinem Kopf ausgeschickt." "Dann will er, daß du stirbst," sagte Egil, "aber laß uns lieber Schwurbrüder werden, den König erschlagen und uns seine Töchter nehmen." "Sie stehen dafür nicht zur Verfügung," sagte Asmund, "weil sie ihm geraubt worden sind." "Es wäre ein Verlust, wenn unsere Männer erschlagen würden," sagte Egil. "Kämpfen lieber wir beide." Asmund sagte, er sei vollkommen dazu bereit. Daraufhin gingen sie an Land und erprobten ihre Fähigkeiten, und ihre Mannschaften waren nahe dabei. Am Abend setzten sie sich zum gemeinsamen Trinken und schliefen die Nacht über. Aber am Morgen nahmen Asmund und Egil ihre Waffen und kämpften kräftig, so daß jeder dem anderen drei Schilde zerschlug. Da war die Sonne bereits ganz im Süden. Dann sprach Egil: "Willst du dieses Spiel noch länger betreiben?" "Ich bin noch nicht sehr müde," sagte Asmund, "und dem König würde sein Auftrag nicht recht ausgeführt erscheinen, wenn wir beide jetzt aufhörten." "Du entscheidest," sagte Egil. "Wie alt bist du?" sagte Asmund. "Achtzehn Jahre," sagte Egil. "Nimm deine Waffen, wenn du noch länger leben willst," sagte Asmund. Sie kämpften nun zum zweiten Mal und es schien immer dem, nach dem geschlagen wurde, der Tod gewiß zu sein.
Aber als die Sonne im Südwesten stand, sprach Egil: "Ich fände es besser, wenn wir beide das Spiel beenden würden." "Dazu bringt dich die Angst," sagte Asmund. Er hatte da schon eine Wunde abbekommen. "Dann wehr dich jetzt," sagte Egil. Daraufhin griffen sie sich zum dritten Mal an. Da konnte Asmund nichts anderes machen, als sich zu schützen, und er hatte schließlich drei Wunden abbekommen. Er sah nun, daß ihm die Sache so nicht gelingen würde, warf das Schwert weg und lief gegen Egil. Dem wurde nun die künstliche Hand lästig. Sie schlugen sich weit über den Kampfplatz hin und her, bis es so kam, daß Egil fiel. Jeder hatte dem anderen den Helm abgerissen. "Ich habe keine Lust, dir die Kehle durchzubeißen, weil mein Schwert weit weg liegt," sagte Asmund. "Das ist jetzt das Beste für dich," sagte Egil. "Das muß jetzt gewagt werden," sagte Asmund. Er lief dann zu seinem Schwert und wieder zu Egil, aber der lag ruhig, als ob ihm die Haare geschnitten würden. Asmund sprach: "Du gleichst keinem anderen Mensch, Egil. Steh jetzt auf, und ich will das Angebot, das du mir zuvor gemacht hast, annehmen, nämlich dein Schwurbruder zu werden." "Es gefällt mir nicht," sagte Egil, "daß ich dir dann mein Leben zu verdanken habe." "Ich werde dich nicht erschlagen," sagte Asmund, "aber ich will, daß du mit mir zum König kommst." Dann kamen ihre Männer und baten sie, sich zu versöhnen. Sie gaben sich nun die Hände und schworen sich Blutsbrüderschaft nach altem Brauch.

5. Kapitel
Sie rüsteten sich nun zu ihrer Fahrt und kamen zu König Tryggvi. Asmund grüßte den König und der empfing ihn freundlich und fragte, ob er den einhändigen Egil getroffen habe. Asmund sagte, er habe ihn gefunden. "Und ich habe noch nie einen tapfreren Mann gesehen. Und er will Rögnvalds Stelle einnehmen und wir beide wollen dein Land verteidigen." "Wenn du mir dein Versprechen gibst, daß ihr beide Rögnvalds Platz einnehmt, dann werde ich die Versöhnung mit euch akzeptieren," sagte der König. Asmund sagte, er wolle das tun. Dann wurde Egil gerufen und sie wurden zu Landesverteidigern des Königs und waren den Winter über bei ihm.
An Weihnachten lud der König Freunde zu sich ein. Am ersten Weihnachtstag fragte der König, ob irgendeiner gekommen sei, der ihm sagen könne, was aus seinen Töchtern geworden sei; aber das konnte keiner sagen. Daraufhin gab der König die Bedingungen bekannt, die er gesetzt hatte. "Das wäre für tapfere Männer keine schlechte Gelegenheit Besitz zu gewinnen," sagte Egil. Nach Weihnachten begab sich jeder zu seiner Wohnstätte. Sobald die Mitte des Winters vorüber war, ließen Egil und Asmund ihr Schiff zu Wasser und wählten vierundzwanzig Männer aus. Als Anführer für die, die zurückblieben, setzten sie einen Mann namens Viglogi ein. Sie sagten, sie würden die Königstöchter suchen und nicht eher zurückkommen, als bis sie sie entweder lebendig oder tot gefunden hätten. Sie segelten nun aufs Meer und wußten nie, wohin sie sich wenden sollten. Sie durchsuchten die Inseln und äußeren Schären und Bergsiedlungen und fuhren so den ganzen Sommer umher. Am Beginn des Winters kamen sie nach Norden nach Riesenheim. Sie ankerten unterhalb eines Waldes, errichteten ihr Lager und brachten das Schiff an Land. Sie sagten ihren Männern, daß sie dort über den Winter bleiben sollten. "Egil und ich werden dieses Land durchsuchen. Aber falls wir nicht im Sommer zurückkommen, sollt ihr fahren, wohin ihr wollt," sagte Asmund.
Sie gingen nun in den Wald und schossen Tiere und Vögel um sich zu ernähren. Sie waren so lange im Wald, daß der Monat verging, und manchmal hatten sie nichts zu essen. Einmal kamen sie in ein Tal. Dort gab es einen Fluß und flache Inseln darin, aber oberhalb davon Wald und Felswände. Sie sahen viele Ziegen und fette Böcke. Sie trieben das Vieh zusammen und nahmen einen fetten Bock heraus und meinten zu sich, daß sie ihn schlachten würden, doch in dem Moment hörten sie ein Zwitschern über sich. Da sprengten alle Ziegen fort, und der Bock entkam ihnen. Sie sahen oben auf den Felswänden ein Lebewesen, das breiter war als hoch. Das war so laut wie eine Glocke und fragte, wer so verwegen sei, daß er einen Bock der Königin stehlen wollte. Asmund sprach: "Wer bist du, du Schöne und Behende, und wo herrscht deine Königin?" "Ich heiße Skinnefja," sagte sie, "und meine Mutter Arinnefja. Sie ist hier in Riesenheim die Königin und wohnt nicht weit von hier. Ihr könnt sie treffen, anstatt zu stehlen. "Das ist wahr gesprochen von dir," sagte Asmund. Er nahm einen Fingerring und gab ihn Skinnefja. "Ich wage es nicht, ihn anzunehmen, weil ich weiß, daß meine Mutter sagen wird, daß sei mein Hurenlohn," sagte sie.
"Ich pflege nicht das zurückzunehmen, was ich gebe," sagte Asmund. "Aber wir würden deine Fürsprache für uns bei deiner Mutter annehmen." Dann begab sie sich nach Hause und traf ihre Mutter. Die Alte fragte, warum sie so spät komme. Sie sagte, sie habe zwei Männer getroffen, die ihre Gastfreundschaft benötigten. "Und der eine von ihnen gab mir einen Goldring und bat mich, ihnen eine Unterkunft zu geben." "Warum nahmst du den Goldring?" fragte sie. "Ich wollte, daß du ihn ihnen lohnst," sagte Skinnefja. "Warum hast du sie dann nicht aufgefordert, hierher zu kommen?" sagte die Alte. "Ich wußte nicht, was du davon halten würdest," sagte sie. "Bitte sie hierher," sagte die Alte. Skinnefja lief sofort los und sprach: "Meine Mutter bittet euch zu ihr zu kommen. Ihr sollt dort um Neuigkeiten erleichtert werden, und sie wird zu dem meisten etwas Verständiges sagen können."
Dann trafen sie die Alte. Sie fragte sie nach ihrem Namen und sie sagten die Wahrheit. Die Alte starrte Egil an. Sie sagten, daß sie seit sieben Tagen nichts gegessen hätten. Die Alte war gerade dabei, Rahm von der Milch abzuschöpfen. Sie hatte fünfzig Ziegen und molk sie wie Kühe. Ihr gehörte ein großer Kessel, in den die gesamte Milch hineinpaßte. Sie hatte auch einen großen Weizenacker, von dem sie soviel Mehl bekam, daß sie jeden Tag Brei in dem Kessel kochte und die beiden davon lebten.
"Du, Skinnefja," sagte sie. "Nimm Reisig und zünd ein Feuer an. Die Verpflegung wird nicht zu gut sein, auch wenn ihr Grütze eßt." Skinnefja beeilte sich und die Alte bat die beiden, zuerst das zu essen, was da sei. Da gab es Wild und Geflügel. Die Alte sagte: "Seien wir nicht still, auch wenn die Verpflegung nicht so gut ist, wie sie sein sollte. Es wird lange dauern, bis der Brei fertig ist. Erzähl deine Lebensgeschichte, Asmund, und dann soll Egil dasselbe tun, und schließlich werde ich euch bis zum Tischdecken mit dem unterhalten, was mir geschehen ist. Ich möchte erfahren, woher ihr stammt und was es mit eurer Reise auf sich hat."

6. Kapitel
Asmund begann zu sprechen: "Ein König hieß Ottar und herrschte über Halogaland. Seine Königin hieß Sigrid und war die Tochter Jarl Ottars von Jütland in Dänemark. Sie hatten einen einzigen Sohn, der Asmund hieß. Er war groß von Wuchs und übte sich in sportlichen Fähigkeiten. Als er zwölf Jahre alt war, schien er alle anderen, die dort waren, zu übertreffen. Er hatte viele Spielgefährten. Eines Tages, als sie in den Wald geritten waren, erblickte Asmund einen Hasen und ließ die Hunde auf ihn los. Der Hase lief davon und die Hunde konnten ihn nicht erwischen. Asmund gab nicht eher auf, als bis sein Pferd vor Erschöpfung umfiel. Da lief er und jagte zusammen mit den Hunden das Tier. Es endete so, daß sich der Hase von einer Meeresklippe stürzte. Daraufhin wendete sich Asmund zurück zu seinem Pferd, fand es aber nicht. Es war da schon Abend geworden. Asmund schlief die Nacht über, und am Morgen war ein so dichter Nebel gekommen, daß er nicht wußte, wo er hingekommen war. Er irrte drei Tage lang im Wald umher. Dann sah er einen großen und schönen Mann in einem Scharlachgewand und mit goldenem, seidigen Haar auf sich zugehen. Asmund meinte, nie einen schöneren Mann gesehen zu haben. Sie grüßten sich beide und Asmund fragte ihn nach seinem Namen. Er sagte, er heiße Aran und sei der Sohn König Rodians von der Tatarei. "Ich war auf einem Kriegszug." "Wie alt bist du?" fragte Asmund. "Zwölf Jahre," sagte Aran. "Dort werden dir nicht viele gleichen," sagte Asmund. "Ich war keinem dort gleich," sagte Aran. "Und deswegen schwur ich, nicht zurückzukommen bevor ich nicht jemand in meinem Alter gefunden hätte, der mir in meinen Fähigkeiten ebenbürtig ist. Jetzt habe ich von einem Mann namens Asmund, dem Sohn des Königs von Halogaland, gehört. Kannst du mir etwas von ihm sagen, denn ich habe gehört, daß wir uns nicht stark unterscheiden würden?" "Diesen Mann kenne ich genau," sagte Asmund. "Er spricht gerade mit dir." "Das läuft nach Wunsch," sagte Aran. "Jetzt können wir unsere Geschicklichkeit beweisen." Asmund sagte, daß er dazu bereit sei. Dann betätigten sie sich in allen Sportarten, die junge Menschen zu jener Zeit pflegten, und sie waren so gleich, daß man keinen Unterschied erkennen konnte. Am Schluß begannen sie zu ringen und es gab einen harten Kampf, aber es war nicht auszumachen, wer stärker war, und es endete damit, daß sie beide erschöpft waren. Dann sagte Aran zu Asmund: "Wir sollten nicht den Kampf mit Waffen ausprobieren, denn das würde uns beiden schaden. Ich will, daß wir Blutsbrüderschaft schwören, so daß jeder den anderen rächen und seinen Besitz, bereits erworbenen und noch nicht erworbenen, mit ihm zusammen haben soll." Dazu gehörte auch die Verpflichtung, daß der, der länger leben würde, dem anderen einen Hügel errichten lassen und soviel Besitz hineintun sollte, wie ihm angemessen erschien. Dann sollte der, der länger leben würde, drei Tage bei dem Toten im Hügel sitzen und ihn dann verlassen, wenn er wollte. Daraufhin brachten sie sich zum Bluten und ließen ihr Blut zusammenfließen. Damals schworen Leute auf diese Art. Aran lud ihn nun ein, mit ihm zu seinen Schiffen zu kommen und seine prunkvolle Ausstattung zu betrachten. Da Asmund damals bei Jarl Ottar, seinem Onkel in Jütland, war, ließ er Aran entscheiden.

7. Kapitel
Sie begaben sich nun zu Arans Schiffen, und das waren zehn gut bemannte Langschiffe. Aran übergab Asmund die Hälfte der Mannschaft und der Schiffe. Asmund bat, daß sie nach Halogaland segelten, denn er wollte von dort seine Mannschaft und Schiffe holen. Aran sagte, er wollte zuerst zu seinem Land segeln und dann auf eine Art nach Halogaland zu kommen, daß die Landesbewohner sähen, daß sie keine Bettler seien. Asmund bat ihn, darüber zu entscheiden. Dann stachen sie in See und hatten guten Fahrtwind. Asmund fragte, ob König Rodian noch mehr Kinder habe. Aran sagte, er habe mit der Tochter des Königs von Hunnenland einen Sohn namens Herraud. "Er ist sowohl tapfer als auch beliebt und hat Anspruch auf das Reich im Hunnenland. Mein Vater hat zwei Brüder. Einer heißt Hrörek, der andere Siggeir. Sie sind Berserker, schwierig zu ertragen und bei den Landesbewohnern nicht beliebt. Der König vertraut ihnen sehr, weil sie das tun, was er sagt. Sie gehen auf Wikingerzug und bringen dem König Kostbarkeiten."
Es ist nichts über ihre Fahrt berichtet, bis sie zum Hafen König Rodians kamen. Dort sahen sie zwölf Kriegsschiffe treiben und zwei so schöne Drachenschiffe, wie sie noch nie welche gesehen hatten. Es waren zwei Brüder aus Schwarzmenschenland dorthin gekommen. Der eine hieß Bolabjörn, der andere Visin. Ihr Vater hieß Jarl Gorm. Sie hatten König Rodian erschlagen, das Land weit umher verwüstet und geplündert. Als die Blutsbrüder das erfuhren, ließen sie ihre Kriegshörner blasen. Und sobald die Landesbewohner sahen, daß Aran gekommen war, schlossen sich ihm eine Menge Leute an. Die Wikinger stürzten zu ihren Schiffen und es gab einen harten und verlustreichen Kampf, in dem lange Zeit nicht zu erkennen war, wer gewinnen würde. Aran sprang auf Bolabjörns Schiff und räumte es schnell leer, und alle wichen vor ihm zurück. Bolabjörn stellte sich ihm entgegen. Aran hieb ihm in den nackten Schädel, aber das Schwert biß nicht, nur der Staub flog von der Glatze herunter, während das Schwert unterhalb der Parierstange zerbrach. Bolabjörn hieb zurück auf Arans Schild und spaltete ihn vollständig und Aran bekam eine große Wunde an der Brust. An Deck lag ein Anker ohne Stock. Aran hob ihn hoch und drosch ihn Bolabjörn auf den Kopf, so daß die Spitze einsank. Dann warf Aran ihn über Bord, so daß er auf den Grund sank.
Visin sprang zu Asmund aufs Schiff und schleuderte zwei Wurfspieße auf einmal auf ihn. Asmund schützte sich mit dem Schild vor dem einen, aber der ging durch den Schild hindurch in Asmunds Arm oberhalb des Ellbogens, so daß er im Knochen steckte. Den anderen Wurfspieß fing Asmund in der Luft und warf ihn zurück auf Visin. Er traf ihn in den offenen Rachen, so daß er im Genick bis zur Mitte des Schaftes wieder herauskam. Die Spitze flog in den Mastbaum und das ganze Speerblatt drang darin ein, und Visin hing tot daran. Daraufhin gaben die Wikinger auf, aber Aran ließ alle erschlagen und über Bord werfen. Dann gingen sie in die Stadt und die Landesbewohner empfingen Aran freudig. Ihre Wunden wurden verbunden und anschließend wurde Aran der Königstitel gegeben. Dann machte er seine und Asmunds Abmachung bekannt und gab ihm von allem die Hälfte.
Aber als sie noch keinen vollen Monat daheim gewesen waren, starb Aran plötzlich, als er in seine Halle ging. Seine Leiche wurde daraufhin so vorbereitet, wie es dort Brauch war. Asmund ließ einen Hügel errichten und brachte zu ihm sein Pferd mit Sattel und Zaumzeug, ein Banner und die gesamte Kriegsausrüstung, einen Falken und einen Hund. Aran saß in voller Rüstung auf einem Stuhl. Asmund ließ seinen Stuhl in den Hügel bringen und setzte sich darauf. Dann wurde der Hügel verschlossen. Aber in der ersten Nacht erhob sich Aran von dem Stuhl, tötete den Falken und den Hund und aß beide. In der zweiten Nacht stand Aran auf, erschlug das Pferd, zerteilte es, riß mit den Zähnen an dem Fleisch und aß das Pferd, so daß ihm das Blut über den Kiefer lief. Er lud Asmund ein, mit ihm zu essen, aber Asmund schwieg. In der dritten Nacht begann Asmund schläfrig zu werden. Deshalb bemerkte er nichts, bis ihn Aran an den Ohren packte und sie ihm beide abriß. Daraufhin zog Asmund ein Kurzschwert und hieb Aran den Kopf ab. Dann machte er Feuer und verbrannte Aran zu Asche. Dann ging er zu einem Seil und wurde hinaufgezogen, der Hügel aber wieder verschlossen. Asmund nahm alles Wertvolle mit sich, das in den Hügel gelegt worden war.

8. Kapitel
Wenig später berief Asmund mit den Landesbewohnern eine Thingversammlung ein und fragte, wie sie es mit dem halten wollten, was Aran und er festgelegt hatten, und die Leute äußerten sich unterschiedlich darüber. Diejenigen Männer, die Aran Asmund unterstellt hatte, wollten ihm folgen. Als nächstes blickten sie aufs Meer und sahen Schiffe aufs Land zusegeln. Da waren die beiden Brüder, die Berserker Hrörek und Siggeir, gekommen, und das mißfiel allen. Asmund bot den Landesbewohnern seine Hilfe an, aber niemand wollte sich den beiden entgegenstellen. Asmund begab sich mit seinen Männern zu seinen Schiffen. Als die Berserker erfuhren, was geschehen war, beanspruchten sie das ganze Land. Asmund sagte ihnen von seiner und Arans Vereinbarung und beanspruchte das halbe Land. Die Berserker forderten ihn auf, zu verschwinden, wenn er sein Leben behalten wolle. Asmund forderte beide zum Zweikampf auf, wenn sie wollten, und so sollte über die Landesherrschaft entschieden werden. Aber sie heulten stattdessen auf und befahlen ihren Männern, sich zu bewaffnen, und es begann ein Kampf zwischen ihnen. Asmund hatte weniger Mannschaft und die Landesbewohner wagten nicht, ihm zu helfen. Alle von Asmunds Männern fielen und er wurde gefangengenommen. Da war es Abend geworden. Die Brüder einigten sich darauf, daß er am Morgen auf Arans Hügel erschlagen und Odin für den Sieg geopfert werden sollte. Daraufhin wurde er an das Gangspill gebunden, während alle Männer sich an Land begaben, die Nacht über in ihrem Kriegslager schliefen und ihre Wunden verbanden. Die Brüder lagen in einem kleinen Zelt ein kleines Stück vom Kriegslager entfernt und bei ihnen waren wenige Männer.
Jetzt ist von Asmund zu erzählen, daß er gegen das Gangspill gelehnt dasaß. Er sah eine eiserne Sperrklinke, die aus dem Gangspill hervorstand. Diese hatte ein starker Hieb getroffen und vom Rand stand eine scharfe Spitze ab. Daran rieb Asmund mit den Fesseln und es schnitt sie auseinander, weil das Eisen spitz war. So kam Asmund los. Er löste nun die Fesseln von seinen Beinen. Der Wind wehte landeinwärts. Asmund zerschlug das Ankertau, das Schiff trieb auf den Wald zu und als nächstes befand sich Asmund an Land. Ihm kam nun die Idee, ein wenig Spaß mit den Berserkern zu treiben, bevor er sich in den Wald begab. Er ging zu dem Zelt, in dem sie schliefen, und stürzte das Zelt auf sie. Die, die drinnen waren, sprangen auf, aber das Hinauskommen war für sie beschwerlich, weil sich das Zelt um sie wickelte. Asmund hieb Hrörek in den Kopf und spaltete ihn bis zu den Backenzähnen. Siggeir kam hinaus und wollte in den Wald laufen. Asmund lief ihm hinterher. Siggeir stolperte und Asmund hieb ihm an der Stelle auf den Rücken, wo er am dünnsten war, und es schnitt ihn da entzwei. Dann begab sich Asmund in den Wald. Er hatte einschließlich der Berserker zehn Mann erschlagen.
Die Leute suchten nach ihm und fanden ihn nicht. Aber bevor der Tag zu Ende ging, kam der Königssohn Herraud mit zwanzig Schiffen, und alle freuten sich über sein Kommen. Er hatte von allem, was sich zugetragen hatte, erfahren. Dann berief er eine Thingversammlung mit den Landesbewohnern ein und erklärte seinen Anspruch auf das Land und bat um Anerkennung, und keiner sagte etwas dagegen. Er wurde zum König über das ganze Land gemacht, aber die Männer, die den Berserkern gefolgt waren, wurden verjagt und Herraud nahm ihren ganzen losen Besitz.
Dann kam Asmund und traf auf Herraud. Er grüßte den König. Herraud fragte, wer er sei, und er sagte die Wahrheit. Herraud fragte, ob er die Berserker erschlagen habe. Er sagte, das sei wahr. "Warum bist du zu mir gekommen?" fragte Herraud. "Ich wußte keine bessere Möglichkeit," sagte Asmund. "Aber ich meinte, daß ich dir ein gefundenes Fressen geliefert hätte. Ich bin deswegen zu dir gekommen, weil ich wußte, daß es mir nichts nützen würde, dir aus dem Weg zu gehen. Und ich will jetzt erfahren, was mit mir werden soll. Ich werde mich wehren, solange ich kann, wenn ich mein Leben verteidigen muß, aber Besseres annehmen, wenn es mir angeboten wird." "Ich habe von deinen und Arans Abmachungen erfahren," sagte Herraud. "Und ich halte es für angebracht, dich an meines Bruders Statt anzunehmen, denn ich finde, es sind zwei große Unholde umgebracht worden, als die Berserker erschlagen wurden."
Von da an hielt sich Asmund bei Herraud auf und sie verstanden sich gut miteinander. Als nächstes bat Asmund um ein Schiff und wollte auf Wikingerzug fahren, und Herraud forderte ihn auf, sich sowohl Schiffe als auch so viele Männer auszuwählen, wie er wollte und zu ihm zu kommen, wann immer er wollte. Asmund wählte dreißig Männer aus Herrauds Heer aus und nahm ein Schiff. Sie trennten sich und Freundschaft und versprachen, sich als Brüder zu treffen, wo auch immer sie sich begegnen sollten. Asmund wurde nun Berserkertöter genannt, und meine Geschichte endet damit, daß ich eben dieser Asmund bin."
"Deine Erzählung kommt mir bemerkenswert vor," sagte die Alte. "Wie steht es um den Brei, Mädchen?" "Er hat angefangen zu kochen," sagte Skinnefja. "Es wird lange dauern, bevor er fertig ist," sagte die Königin. "Was hast du zu erzählen, Egil?"

9. Kapitel
Egil sagte: "Meine Geschichte beginnt damit, daß ein König Ring hieß. Er herrschte über Småland. Seine Frau hieß Ingibjörg und war die Tochter Jarl Bjarkmars von Götaland. Sie hatten zwei Kinder. Ihr Sohn hieß Egil und die Tochter Äsa. Egil wuchs am Hof seines Vaters auf, bis er zwölf Jahre alt war. Er war groß, ungehorsam, streitlustig und unverträglich. Er verbündete sich mit tapferen Kerlen und begab sich in den Wald, um Tiere und Vögel zu schießen. Es gab einen großen See im Wald, in dem viele Inseln waren. Dort schwammen Egil und seine Kameraden oft, weil sie sich viel in sportlichen Fähigkeiten übten. Einmal sprach Egil darüber, wer am längsten im Wasser schwimmen könne, denn es war eine lange Strecke bis zu der Insel, die am weitesten vom Land entfernt war. Man konnte sie nur sehen, wenn man auf einen hohen Baum stieg. Jetzt schwammen sie in den See hinaus und waren insgesamt dreißig Mann. Jeder, der es nicht mehr wagte, weiterzuschwimmen, sollte zurückbleiben. Sie schwammen nun im Wasser und einige der Inseln waren weit voneinander entfernt. Egil war der schnellste im Schwimmen und keiner konnte mit ihm mithalten. Als sie bereits weit vom Land entfernt waren, zog ein so dichter Nebel auf, daß sie einander nicht sehen konnten, und es kam ein kalter Wind auf. Sie verirrten sich nun beim Schwimmen und Egil wußte nicht, was aus seinen Männern wurde. Er schwamm zwei Tage lang im Wasser umher. Dann kam er an Land und war so erschöpft, daß er aufs Ufer kriechen mußte, sich mit ausgerupftem Moos bedeckte und dort die Nacht über lag, und gegen Morgen war ihm etwas wärmer geworden.
Da kam ein großer Riese aus der Dunkelheit. Er klemmte sich Egil unter den Arm und sprach: "Das ist gut, Egil, daß wir uns hier getroffen haben. Du hast zwei Auswahlmöglichkeiten. Entweder erschlage ich dich, oder du hütest meine Ziegen so lange ich lebe, und schwörst mir einen Eid darauf. Egil zögerte nicht, denn guter Rat war da teuer. Sie gingen nun viele Tagesmärsche, bis sie zu der Felshöhle des Riesen kamen. Der Riese hatte hundert Böcke und viele Ziegen. Er pflegte nur soviele zu schlachten, daß sie niemals weniger wurden. Egil übernahm das Viehhüten, aber die Ziegen waren nicht zahm. So ging es lange Zeit. Als Egil zwölf Monate lang dort gewesen war, lief er einmal davon. Aber als der Riese das bemerkte, kam er ihm hinterher, denn er war so kundig, daß er eine Spur genauso auf dem Meer wie im Schnee verfolgen konnte. Der Riese traf ihn in einer Höhle an, nachdem er vier Tage lang fortgewesen war. Der Riese sagte, daß er schlechter gehandelt habe, als er versprochen habe. Er sagte: "Du sollst es jetzt schlechter haben." Dann nahm er zwei Steine, von denen jeder vierzig Pfund wog und an denen eiserne Schließen befestigt waren. Er schloß sie um Egils Beine und sagte, daß er das herumziehen solle. Diese Mühe ertrug Egil sieben Jahre lang, und der Riese paßte so gut auf, daß Egil nie die Gelegenheit bekam, ihn zu töten.

10. Kapitel
Einmal geschah es, daß Egil nach seinen Ziegen suchte und dabei eine Katze im Wald fand. Er bekam die Katze zu fassen und nahm sie mit nach Hause. Er kam erst spät am Abend nach Hause, als das Feuer schon zu Asche geworden war. Der Riese fragte, warum er so spät heimgekommen sei, aber Egil sagte, es falle ihm nicht leicht, zu gehen und die Ziegen seien weit umhergelaufen. "Ich wundere mich darüber, daß du das, was du suchst, in der Dunkelheit findest," sagte der Riese. "Das kommt von meinen Goldaugen," sagte Egil. "Hast du andere Augen als die, die ich gesehen habe?" fragte der Riese. "Sicher habe ich das," sagte Egil. "Zeig mir diese Kostbarkeiten," sagte der Riese. "Sie nützen keinem etwas, wenn ich sie ihm nicht einsetze," sagte Egil. Dann öffnete Egil seine Jacke. Der Riese sah die Augen der Katze im Feuerschein glühen, und es war, als ob Sterne leuchteten. "Das sind schöne Sachen," sagte der Riese. "Magst du sie mir geben?" "Dann bin ich schlechter ausgestattet als zuvor," sagte Egil. "Aber wenn du mir die Freiheit gibst und meine Fesseln löst, dann gebe ich dir die Augen." "Kannst du sie mir so einsetzen, daß sie mir etwas nützen?" fragte der Riese. Egil sagte: "Ich werde es versuchen, aber es wird dir schmerzhaft erscheinen, die Behandlung zu ertragen, weil ich die Augenlider weit aufdrücken muß, um sie richtig einsetzen zu können. Du mußt sie immer herausnehmen, wenn es hell wird, und nicht einsetzen, bevor es dunkel ist. Ich werde dich hier an die Säule binden." "Dann wirst du mich erschlagen," sagte der Riese. "Und das ist eine Schandtat." "Das werde ich nicht tun," sagte Egil. Sie vereinbarten dies, und der Riese nahm ihm nun die Eisenfesseln ab. "Das hast du gut gemacht," sagte Egil. "Trotzdem will ich dir versprechen, dir zu dienen, solange du lebst." Dann band Egil den Riesen fest, nahm einen zweizackigen Spieß und stieß ihn dem Riesen in beide Augen, so daß sie auf die Wangenknochen herunterhingen. Das tat dem Riesen so weh, daß er fest zog, bis er alle Fesseln durchriß. Er tastete nach Egil und riß ihm sein gesamtes Obergewand ab. "Jetzt bist du glücklos," sagte Egil. "Die Goldaugen sind ins Feuer gefallen und nützen jetzt keinem von uns etwas." "Du hast mich böse zum Narren gehalten," sagte der Riese. "Du sollst hier drinnen verhungern und nie hinauskommen." Der Riese lief durch die Tür und schloß sie mit aller Kraft hinter sich. Egil meinte, nun in einer schlimmen Lage zu sein. Vier Tage lang war er in der Höhle, ohne etwas zu Essen zu bekommen, weil der Riese vor der Höhle aufpaßte. Er beschloß nun, den größten Bock zu töten. Er zog ihm das Fell ab, schlüpfte selbst hinein und vernähte es um sich herum so eng wie möglich. Am vierten Morgen trieb er die Böcke zur Tür. Der Riese hatte den Daumen oben zum Felsen gestreckt und den kleinen Finger auf die Türschwelle gelegt, und die Böcke mußten durch seine Hand laufen. Es klapperte sehr auf dem Höhlenboden. Der Riese sprach: "Das bedeutet Wind, daß die Hufe meiner Ziegenböcke klappern." Die Böcke liefen nun durch seine Hand nach draußen. Egil kam als letztes und man hörte bei ihm kein Hufgeklapper. "Du schleichst heute langsam, Hornskeggi," sagte der Riese. "Und bist ziemlich breit an den Schultern." Er ergriff die Haarbüschel mit zwei Händen, aber Egil drückte sich so hart dagegen, daß das Bocksfell zerriß und er frei kam. "Jetzt hast du es ausgenutzt, daß ich blind bin," sagte der Riese, "und das ist schlimm, daß wir uns so trennen sollen, daß du keinen Halsschmuck dafür bekommst, daß du mir so lange gedient hast. Nimm jetzt diesen Goldring von mir an." Das war eine große Kostbarkeit. Egil kam der Ring schön vor und er streckte sich ihm entgegen. Als aber der Riese bemerkte, daß er nach dem Ring griff, da zog er ihn zu sich zurück und hieb nach Egil und riß ihm dabei das rechte Ohr ab. Egil profitierte davon, daß der Riese blind war. Er schlug ihm die rechte Hand ab und erlangte so den Ring. "Jetzt werde ich mein Wort halten," sagte Egil, "und dich nicht erschlagen. Du sollst mit Qualen leben, und dein schlimmster Tag soll der sein, den du als letztes erlebst."
So trennten sie sich und Egil machte sich davon. Er begab sich in den Wald. Als er wieder aus dem Wald herauskam, lagen vor ihm einige Wikingerschiffe vor Anker. Der, der sie befehligte, hieß Borgar. Egil schloß sich ihnen an und erwies sich als sehr tapferer Mann. Sie plünderten den Sommer über. In den schwedischen Schären kämpften sie gegen einen Berserker namens Glammann. Der hatte eine Wunderwaffe, eine Hellebarde, die sich selbst ihr Ziel suchte, sobald er den Namen des Mannes wußte. Sofort zu Beginn des Kampfes sprang Glammann auf Borgars Schiff und durchstieß ihn mit der Hellebarde. Egil stand in der Nähe und sein Speer war am Schaft abgebrochen. Er schwang den zerbrochenen Schaft und rammte ihn Glammann ins Ohr, so daß es ihn über Bord warf und er und die Hellebarde versanken und nie wieder zu Tage kamen. Daraufhin gaben die Wikinger auf. Sie machten nun Egil zu ihrem Anführer und er wählte zweiunddreißig Mann von ihnen aus. Egil plünderte nun im Ostseegebiet und es geschah viel Bemerkenswertes auf seiner Fahrt.

11. Kapitel
Eines Nachts lag Egil in einem Hafen vor Anker und es war nicht möglich, zu segeln. Er ging allein an Land und kam zu einer Lichtung im Wald. Dort sah er auf einem Hügel einen großen Riesen und eine Trollfrau. Sie zerrten an einem Goldring, aber sie hatte weniger Kraft und er mißhandelte sie. Dabei konnte man gewaltige Geschlechtsteile sehen, weil sie kurze Kleidung anhatte. Sie hielt sich mit aller Kraft an dem Ring fest. Egil hieb nach dem Riesen und traf ihn an der Schulter. Der Riese drehte sich dabei um und das Schwert ging von oben durch den Arm und trennte den Oberarmmuskel ab. Das war ein so großes Stück, daß ein Mann allein nicht mehr hochheben könnte. Der Riese hieb nach Egil und traf ihn am Handgelenk und schnitt ihm die Hand ab. Sowohl die Hand als auch das Schwert fielen zu Boden, und der Riese machte Anstalten, ihm einen zweiten Hieb zu verpassen. Egil sah keine andere Möglichkeit, als zu fliehen. Der Riese jagte ihn bis zum Wald und dort trennten sie sich, weil Egil es schaffte, in den Wald zu gelangen. Er kam nun in diesem Zustand, ohne seine Hand, zu seinen Männern. Dann segelten sie von dort weg.
Egil bekam große Schmerzen in dem Arm. Als zwei Tage vergangen waren, kam er zu einem Hafen und sie ankerten dort über Nacht. Egil schaffte es nicht, den Schmerz loszuwerden. Er stand von seinem Nachtlager auf und ging in den Wald. Da kam er an einen Bach. Er meinte, es könnte ihm Linderung verschaffen, die Hand in den Bach zu halten und das Wasser über die Wunde fließen zu lassen. Als nächstes sah Egil, wie aus einem Stein ein Zwergenkind herauskam. Das holte Wasser in einem Eimer. Egil zog mit den Zähnen einen Fingerring von seiner Hand und schleuderte ihn in den Eimer des Kindes, aber das lief in den Stein hinein.
Wenig später kam der Zwerg heraus und fragte, wer der Mann sei, der sein Kind erfreut habe. Egil sagte, wer er war und daß er wenig vom Gold habe, solange es ihm so schlecht ginge. "Das ist schlimm zu wissen," sagte der Zwerg. "Komm mit mir in den Stein." Das tat Egil. Der Zwerg begann, den Stumpf zu verbinden und der ganze Schmerz verschwand daraus und am Morgen war die Wunde verheilt. Dann begann der Zwerg, ihm ein Schwert zu schmieden. Unterhalb der Parierstange machte er eine so lange Röhre daran, daß sie bis über den Ellbogen hinauf reichte und die man sich überziehen konnte. Egil konnte mit diesem Schwert ebensogut zuschlagen, wie als er die Hand noch hatte. Der Zwerg gab ihm viele kostbare Gegenstände und sie trennten sich in Freundschaft. Dann begab sich Egil zu seinen Männern. Und jetzt endet meine Geschichte damit, daß ich dieser selbe Egil bin, von dem ich jetzt eine Zeit lang erzählt habe," sagte Egil.
"Du scheinst mir durch große Schwierigkeiten gegangen zu sein," sagte die Königin. "Wie steht es um den Brei, Mädchen?" "Ich glaube, daß er fertiggekocht ist," sagte sie, "aber er ist noch so heiß, daß keiner ihn essen kann, solange er noch so ist." Die Königin sagte: "Er wird einigermaßen abgekühlt sein, wenn ich meine Geschichte erzählt habe, denn mir ist nicht viel geschehen."

12. Kapitel
"Ein Riese hieß Öskrud," sagte sie. "Er stammte aus Riesenheim und seine Frau hieß Kula. Seine Brüder waren Gaut und Hildir. Mein Vater, Öskrud, und meine Mutter, hatten achtzehn Töchter und ich war die jüngste von ihnen. Alle Leute sagten, daß ich die schönste von ihnen sei. Mein Vater und meine Mutter starben beide und wurden mit Grassoden bedeckt und den Trollen gegeben. Wir Schwestern nahmen alle lose Habe an uns, aber Gaut und Hildir besaßen das Land und wurden sich kaum einmal einig.
Mein Vater hatt drei kostbare Gegenstände. Das waren ein Horn, ein Spielbrett und ein Goldring. Die Brüder nahmen uns Schwestern das Horn und das Spielbrett ab, aber den Ring konnten wir behalten und der ist ein gutes Stück. Meine Schwestern wollten über mich gebieten und ich mußte allein ihnen allen dienen, aber wenn ich etwas dagegen einwendete, schlugen sie mich. Ich meinte, daß ich das nicht aushalten konnte. Ich versprach da Thor, ihm den Ziegenbock zu opfern, den er haben wollte, wenn er die Lage zwischen uns Schwestern ausgleichen wollte.
Thor kam im Frühling. Er schlief mit meiner ältesten Schwester und lag die Nacht über bei ihr, aber die anderen Schwestern beneideten sie und erschlugen sie am Morgen. So machte es Thor mit allen meinen Schwestern: Er schlief mit ihnen allen und sie wurden alle erschlagen. Aber jede konnte noch der anderen auferlegen, daß, falls es ihr bestimmt sei, ein Kind von Thor zu bekommen, dieses weder wachsen noch sich gut entwickeln würde. Schließlich schlief Thor mit mir und machte mir dieses Mädchen, das ihr hihr sehen könnt. Und es ist das eingetroffen, was sie wünschten, denn sie ist jetzt eine Elle kürzer, als damals, als sie zur Welt kam. Thor übergab mir das gesamte Erbe meiner Schwestern. Er hat mir seitdem immer Hilfe gewährt. Ich übernahm dann den ganzen Besitz. Mich überfiel nun so große Geilheit, daß ich meinte, nicht ohne Mann leben zu können.
Der Sohn des Königs von Småland hieß Ring. Er war der einzige Mann, der mir gefiel. Ich machte mich daher auf den Weg zu ihm, aber er hatte sich nach Götaland begeben, um um die Hand von Ingibjörg, der Tochter Jarl Bjarkmars, anzuhalten. Ich änderte daher meine Route und kam nach Götaland. Der Königssohn Ring feierte da gerade seine Hochzeit und ich kam in dem Moment, als die Braut hineingeführt werden sollte. Da legte ich mich auf die Straße nieder und hatte vor, ihr einen Streich zu spielen. Aber sie sah mich vorher und trat mich mit ihren Füßen und brach mir beide Oberschenkel. Dann wurde sie in die Halle geführt und auf ihren Platz gesetzt. Ich kam in die Halle und verwandelte mich in eine Fliege. Ich flog ihr unter die Kleidung und hatte vor, ihr den Leib aufzureißen. Sie bemerkte mich sofort und schlug mir mit dem Griff ihres Messers auf die Seite und brach mir drei Rippen, so daß ich schleunigst von dort wegflog.
Nun verging der Tag und die Braut wurde zum Bett geführt, und als nächstes wurde der Bräutigam hinausgeführt. Da ergriff ich ihn und meinte, mit ihm zu den Meeresklippen zu laufen und hatte vor, ihn zu ertränken, so daß niemand etwas von ihm hätte. Aber als ich meinte, ihn oben von den Felsen zu stürzen, da geschah nichts anderes als das, daß ich ihn über den Bettvorhang warf und er zu der Braut ins Bett fiel. Ich wurde ohne Erbarmen gefangen und konnte an keiner Stelle entkommen. Ich sollte mein Leben auslösen und mich dafür in die Unterwelt begeben und drei Kostbarkeiten holen: Den Umhang, der nicht im Feuer brennen konnte, das Horn, das nie leerzutrinken war, und das Spielbrett, das selbst spielt, sobald jemand auf der anderen Seite spielt.

13. Kapitel
Jetzt begab ich mich in die Unterwelt und traf König Snjar. Ich gab ihm sechzig Böcke und ein Pfund Gold und so erwarb ich das Horn. Aber seiner Königin war in einem Becher mit zwölf Tonnen Inhalt ein Gifttrank bereitet worden und den trank ich für sie aus. Seitdem habe ich ein wenig Schmerzen in der Brust. Von dort begab ich mich zum Lukanusberg. Dort traf ich auf drei Frauen, wenn man sie so nennen kann, denn im Vergleich zu ihnen war ich ein Kind von Wuchs. Sie verwahrten das Spielbrett. Ich bekam die Hälfte davon zu fassen, aber sie suchten mich und forderten mich auf, das Brett zurückzugeben. Ich sagte, daß ich das nicht tun würde und forderte sie auf, daß eine von ihnen versuchen sollte, es mir abzunehmen. Wenn es ihnen nicht gelänge, sollte ich das Spielbrett haben, andernfalls sie mein Gewicht in Gold. Das schien ihnen keine zu schwierige Aufgabe zu sein. Da sprang eine auf mich los, griff nach meinem Haar und riß es mir auf der einen Seite des Scheitels ab, mitsamt der Kopfhaut und dem linken Ohr. Sie behandelte mich derb. Ich gab nicht nach, sondern stieß ihr mit den Fingern in die Augen und drückte sie ihr beide auf die Stirn hinaus. Dann drehte ich sie herum, und sie blieb mit dem Fuß in einer Felsspalte stecken, so daß ich ihr das Bein aus dem Hüftgelenk riß - und so trennten wir uns. Die andere sprang nun auf mich los, schlug mir mit der Faust auf die Nase und brach sie mir. Das scheint mir seither eine kleiner Schönheitsfehler zu sein. Dabei brachen auch drei Zähne heraus, aber ich ergriff ihre Brüste und riß ihr beide bis zum Zwerchfell hinunter ab, so daß auch das Bauchfleisch und die Eingeweide mit abgingen. Dann ging die dritte auf mich los, und das war die kleinste. Ich hatte vor, ihr ebenso wie der ersten die Augen herauszudrücken, aber sie biß mir zwei Finger ab. Da stellte ich ihr ein Bein und sie fiel auf den Rücken. Daraufhin bat sie um Gnade und ich sagte, sie bekäme ihr Leben nicht, wenn sie mir nicht das ganze Spielbrett brächte, und da zögerte sie nicht. Ich ließ sie aufstehen und zum Abschied gab sie mir einen Spiegel mit der Eigenschaft, daß jeder, der hineinschaut, die Gestalt annehmen kann, die ich will. Aber wenn es mir gefällt, kann ich ihn den, der hineinschaut, blind werden lassen.
Nun begab ich mich in die Unterwelt, um den Mantel zu holen und traf den Herr der Finsternis. Als er mich erblickte, wollte er mit mir schlafen. Ich meinte, daß das Odin sein mußte, weil er einäugig war. Er sagte, ich könne den Mantel haben, wenn ich es schaffte ihn dort zu holen, wo er war. Um dorthin zu gelangen, mußte man über ein großes Feuer laufen. Ich schlief zuerst mit Odin und lief dann über das Feuer. Ich bekam den Mantel, aber seitdem habe ich am ganzen Körper keine Haut mehr. Nachdem ich das vollbracht hatte, machte ich mich auf den Rückweg. Ich traf Ring und Ingibjörg und brachte ihnen die Sachen. Wir trennten uns erst, als ich ihnen geschworen hatte, dies niemals zu rächen. Ich ging dann unfroh über den Ausgang meines Unterfangens heim und werde mich solange ich lebe an dieses Mädchen aus Götaland erinnern. Aber von den kleineren Auseinandersetzungen, die ich mit meinen Brüdern hatte, werde ich später erzählen. Wie steht es nun mit dem Brei, Mädchen?" "Ich glaube, daß er jetzt die richtige Temperatur hat," sagte sie. "Dann bring ihn hierher," sagte die Alte. Dann schlossen sie ihre Mahlzeit ab, den Blutsbrüdern wurde ein Bett zugewiesen und sie schliefen die Nacht über.

14. Kapitel
Am Morgen wachten die Brüder früh auf. Die alte kam zu ihnen und sie fragten, wie spät es sei, aber sie sagte, daß sie sich den Tag über dort aufhalten könnten. Sie standen auf, zogen sich an, und die Alte war jetzt in jeder Hinsicht sehr gastfreundlich. Dann gingen sie essen. Die Alte gab ihnen selbstgebrautes Bier und eine gute Mahlzeit. Nun fragte sie, wohin sie sich begeben wollten und was sie vorhätten. Sie erzählten ihr nun ihr gesamtes Vorhaben und fragten sie, ob sie irgendeine Ahnung habe, was aus den Tochtern König Tryggvis geworden sei. Sie sagte: "Ich weiß nicht, ob es euch bestimmt ist, sie zu erlangen. Aber ich werde euch erst erzählen, daß nach dem Tod des Riesen Öskrud die beiden Brüder uneins darüber waren, wer König sein sollte. Sie meinten beide einen Anspruch darauf zu haben. Sie einigten sich darauf, daß der König werden sollte, der die prächtigere und geschicktere Königstochter bekäme. Gaut zog von zu Hause los und holte sich die ältere Hild, die Tochter König Tryggvis. Später zog Hildir los und holte sich Bekkhild. Sie sind jetzt beide hier in Riesenheim, aber ich bin nicht sicher, ob sie befreit werden können. Jetzt im Winter ist ihre Hochzeit. Da müssen alle Trolle zusammenkommen und beurteilen, welche der Schwestern geschickter ist." Asmund sagte: "Das macht vieles besser, daß wir wissen, wo sie gelandet sind. Ich wäre sehr froh, wenn du uns helfen würdest." "Unser Verwandtschaftsverhältnis ist so so gut," sagte sie, "daß ich ihnen wenig Nettes zu vergelten habe, aber meine Tugend nützt mir mehr als ihre Taten. Ihr sollt den Tag über hier ausruhen und ich werde euch meine Schatztruhen zeigen." Das nahmen sie gern an. Nach dem Essen führte die Alte sie in eine große Seitenhöhle. Darin waren viele Kisten, die sie aufschloß. Darin waren viele Wertgegenstände und Kostbarkeiten. Es gefiel ihnen, das zu betrachten. Zuletzt brachte die Alte eine Eschentruhe. Sie schloß sie auf und es kam ein angenehmer Geruch heraus. Darin erkannte Egil seine Hand und den Goldring, der an ihr gewesen war. Die Hand schien ihm heiß zu sein und dampfte und die Adern pulsierten. Die Alte sprach: "Meinst du, deine Hand zu erkennen, Egil?" "Natürlich," sagte Egil. "Und ich erkenne den Goldring, den mir meine Mutter gab. Aber wie kamst du zu der Hand?" "Das kann ich dir erzählen," sagte die Alte. "Gaut, mein Bruder, kam zu mir und wollte mir den guten Goldring abkaufen, aber ich wollte ihn ihm nicht geben. Aber etwas später, als meine Tochter zu den Ziegen ging, kam er zu ihr und gab ihr einen Trank, der bewirkte, daß sie ständig schrie und sich nicht beruhigen konnte, bis ich ihr den Ring dorthin auf den Hügel brachte, wo sie lag. Und als ich mit dem Ring kam, kam Gaut dorthin und wollte ihn mir abnehmen. Ich sträubte mich dagegen und wir hatten eine gewaltige Auseinandersetzung. Aber als es aussah, als ob ich den Ring verlieren würde, kam ein Mann aus dem Wald, der mir dir ähnlich zu sein schien, Egil. Er versetzte dem Riesen einen starken Hieb, aber der hieb ihm die Hand ab und daraufhin liefen beide zum Wald. Ich aber hob die Hand auf und habe sie seitdem verwahrt. Ich habe sie auf Lebenskräuter gelegt, so daß sie nicht absterben konnte. Es kommt mir so vor, Egil, als ob du dieser Mann gewesen bist. Willst du es wagen, daß ich die Wunde öffne und versuche, die Hand wieder anzusetzen?" "Ich glaube, ich habe dabei wenig zu verlieren," sagte Egil. Dann nahm sie Egil die Röhre ab und betäubte den Arm. Egil spürte keinen Schmerz, als sie ihn vorne aufschnitt. Dann legte sie Lebenskräuter darüber, wickelte Seide außenherum und hielt den ganzen Tag lang die Hand daran. Dann merkte Egil, daß Leben in die Hand kam. Schließlich legte die Alte ihn ins Bett und sagte, daß er da bleiben sollte, bis er geheilt sei. Als drei Tage vergangen waren, war Egil geheilt. Die Hand war nicht weniger beweglich als früher, aber es sah aus, als ob ein roter Faden um sie herumliefe. Dann fragten sie die Alte, welchen Rat sie ihnen geben wollte. Sie sagte, sie sollten dort bis zu der Hochzeit warten. "Nicht weit von hier wohnt mein Gefolgsmann namens Skrögg. Und wenn wir etwas gegen die Brüder ausrichten, erschiene es mir angemessen, daß wir beide davon Nutzen hätten." So verging die Zeit bis Weihnachten.

15. Kapitel
Jetzt ist davon zu berichten, daß die Brüder Gaut und Hildir eine Thingversammlung einberiefen, zu der Leute aus ganz Riesenheim kamen. Auch Skrögg, der Gesetzessprecher der Trolle, war dort. Nun wurden die Königstöchter und die Kostbarkeiten, die sie angefertigt hatten, dorthin geführt. Brynhild hatte eine Decke gemacht, deren Art es war, daß sie durch die Luft fliegen und dort zu Boden kommen konnte, wo man wollte. Damit konnte eine große Last transportiert werden. Bekkhild hatte ein Hemd gemacht, durch das keine Waffe dringen konnte. Derjenige, der es anhatte, konnte beim Schwimmen nicht ermüden.
Nun wurde darüber beraten, welche der Schwestern die geschicktere sei. Darüber sollte das Urteil aller Trolle entscheiden, aber sie wurden sich nicht einig und überließen die Entscheidung dem Gesetzessprecher Skrögg. Er urteilte, daß Brynhild schöner und die Decke kunstfertiger gemacht sei. "Und deshalb soll Gaut König sein und Brynhild heiraten, aber jeder von beiden soll die Hälfte des Landes beherrschen." Das Thing endete nun damit. Die Brüder luden die Häuptlinge und die bedeutendsten Leute zu ihrer Hochzeit ein.
Skrögg kam nach Hause und berichtete der Alten, was auf dem Thing beschlossen worden war und wann die Hochzeit sein sollte. Dann sprachen sie lange miteinander und sie sagte ihm, daß sie den Blutsbrüdern helfen wolle. Sie bat ihn, viel Mannschaft und anderes bereitzuhalten, und Skrögg sagte, es solle so geschehen.
Als es auf die Hochzeit zuging, brachen die Alte und die Blutsbrüder mit ihr von zu Hause auf. Einer von ihnen sollte sich Fjalar, der andere Frosti nennen. Die Alte ließ sie in den Spiegel schauen und dadurch wirkten sie so groß, daß sie Trollen ähnelten, aber sie waren viel schöner als andere Leute. Sie gab ihnen passende Kleidung und sie reisten nun dorthin, wo die Brüder herrschten. Das hieß "auf der Gjallandibrücke". Sie saßen dort beim Trinken. Die Alte ging in die Halle, und jeder schaute den anderen an. Sie ging vor Gaut hin und grüßte ihn freundlich. Er erwiderte ihren Gruß und sprach: "Das ist etwas Neues, daß du dich unserer Gnade auslieferst." Sie antwortete: "Es ist nicht so wie sonst. Zwischen uns herrschte bisher ziemliche Unfreundlichkeit und ich leugne nicht, daß das meine Schuld war. Ich erkenne jetzt, daß das Glück dir hilft, Verwandter Gaut, und jetzt hast du eine hervorragende Heiratspartie gemacht. Ich will aus meinem Besitz das beitragen, was bisher zwischen uns gestanden hat. Ich will dir den guten Ring geben. Er ist gut als Hochzeitsgeschenk für deine Frau geeignet, und dazu gebe ich dir meine Freundschaft. Es wäre unserer Verwandtschaft angemessen, daß wir uns gut miteinander vertrügen." Gaut sagte, er sei ihr dafür dankbar. "Aber wo hast du diese Schönen Männer herbekommen?" Sie sagte, es seien die Söhne König Dumbs vom Eismeer. "Und solche Männer, was höfischen Anstand betrifft, werden in Riesenheim kaum zu finden sein. Ich habe vor, sie bei deiner Hochzeit bedienen zu lassen." Sie nahm nun den Ring und gab ihn Gaut. Dieser dankte ihr dafür und sie sollte bei der Hochzeit aufwarten und alles sollte so geschehen, wie Fjalar und Frosti es anordneten. Ihnen wurden Schlüssel zu allen Schatzkammern gegeben.
Als nächstes trafen die geladenen Gäste ein und es kamen viele dort zusammen. Die Alte traf alle Anordnungen und das, was sie sagte, galt. Der Gesetzessprecher Skrögg war der angesehenste Gast. Die Alte erzählte den Schwestern heimlich, wer die Männer waren, die mit ihr gekommen waren. "Ihr könnt fröhlich sein." Daraufhin wurden sie froh, denn bis dahin gefiel ihnen ihr Schicksal schlecht. Den Riesen erschien es viel besser, daß sie fröhlich waren, und sie dankten ihrer Verwandten für ihre Fürsorge. Als die Leute auf ihre Plätze gewiesen waren und die Bräutigame sich gesetzt hatten, wurden die Bräute hereingeführt. Es fehlte nicht an Geschrei und Gejohle, das die Trollweiber erhoben. Der Gesetzessprecher Skrögg saß auf der einen Bank und bei ihm die Schar der Bauern, aber Gaut und Hildir und ihre Leute auf der anderen. Arinnefja saß bei den Bräuten und traf zusammen mit vielen anderen Riesenfrauen die Anordnungen über deren Benehmen. Fjalar und Frosti schenkten den Bräuten ein und es mangelte nicht an berauschenden Getränken. Der Abend verging nun und die Leute wurden betrunken. Dann stand Arinnefja auf, rief den Gesetzessprecher und die Blutsbrüder zu sich und sagte, daß sie die Hochzeitsgeschenke hereintragen sollten. Da wurden die Decke und das Hemd, das gute Spielbrett, das die Brüder besaßen, der gute Ring, den die Alte besessen hatte, und viele andere Kostbarkeiten hereingetragen. Der Gesetzessprecher Skrögg überreichte ihr die Hochzeitsgeschenke. Die Alte nahm sie und verwahrte sie. Sie nahm die Decke, breitete sie auf dem Boden aus und legte die Wertgegenstände darauf. Sie beauftragte ihre Tochter Skinnefja, Gold und Silber da hin zu tragen, während sie in die Höhle ging und Frosti bat, mit ihr zu kommen. Sie kamen nun dorthin, wo Gaut und Brynhild schlafen sollten. Sie sagte Frosti, daß er an Gauts Bettkante das gute Schwert finden würde, das dieser besaß. Er sei durch keine andere Waffe zu verletzen. Fjalar und Hildir sollten an eine andere Stelle gehen und sie sagte, sie müßten sich auf eine große Gefahr vorbereiten. Dann ging die Alte in die Höhle hinein und rief, daß es Zeit für die Bräute sei, zu Bett zu gehen. Daraufhin nahmen Fjalar und Frosti die Bräute bei der Hand, führten sie hinaus und platzierten sie auf der Decke. Dann ließ die Alte die Decke aufsteigen. Ihrer Tochter gab sie den Spiegel und befahl ihr, zum Höhleneingang zu gehen und den Spiegel vor jeden, der hinausginge, zu halten. Dann erhoben sie sich mit der Decke und allem, was darauf war, in die Luft. In der Höhle wurde kräftig getanzt, als die Bräutigame hinausgeführt werden sollten.

16. Kapitel
Es gab drei Ausgänge aus der Höhle. Vor einem davon stand der Gesetzessprecher Skrögg mit seiner Schar. Skinnefja stand vor der Tür, durch die die meisten Leute herauskommen sollten. Die Bräutigame wurden durch die dritte Tür geführt. Draußen waren zu beiden Seiten Nebenhöhlen, die reich mit Wandteppichen behängt waren, und dort sollten sie schlafen. Als sie nach draußen gingen, begab sich jeder in seine Höhle. Egil und Hildir gingen in die eine und Egil ging voraus. Als Hildir eintrat, wandte Egil sich ihm entgegen, griff ihn am Haar und schwang das Kurzschwert, das er bei sich hatte. Er wollte ihn in den Hals schlagen, aber Hildir riß ihn so schnell weg, daß Egil gegen den Fels stürzte und ihm die Stirn aufsprang, was eine große und stark blutende Wunde gab. Das Kurzschwert traf die Nase des Riesen und schnitt sie ab. Das war ein so großes Stück, daß es eine gute Pferdetraglast gewesen wäre. Hildir kam nun nach draußen und sagte, daß er verraten worden sei. Die Trolle, die noch in der Höhle waren, hörten das und liefen hinaus, aber die Tür, vor der der Gesetzessprecher Skrögg stand, war nicht leicht passierbar, weil er jeden erschlug, der hinauswollte. Und vor der anderen Tür stand Skinnefja mit dem Spiegel und blendete jeden, der hineinsah. Sie stolperten vor und zurück und fanden sich nicht zurecht, und das gab viel Geschrei und Lärm.
Gaut hörte das und meinte zu wissen, was geschah. Als er in sein Gemach kam, sah er, daß die Braut nicht dort war. Er rannte zum Bett und wollte sein Schwert holen, aber es war nicht da. Asmund schwang das Schwert und hieb nach Gaut, beachtete aber nicht, daß die Höhlendecke niedrig war. Daher traf das Schwert auf den Fels und schnitt in diesen hinein, aber die Spitze traf Gauts Augenbraue, schnitt über das Auge nach unten über die ganze Wange und das Schlüsselbein. Sie schnitt ihm die ganze Brust auf und zerbrach die Rippen. Gaut gelangte nach draußen, bekam einen großen Stein zu fassen und warf ihn auf Asmund. Er traf ihn auf der Brust, so daß er hinfiel. Gaut wollte zu ihm hinlaufen, aber seine Eingeweide wickelten sich um seine Beine und er fiel tot zu Boden.
Asmund stand auf und suchte nach Egil. Er kam dorthin, wo die beiden miteinander kämpften. Egil lief aus der Wunde, die er bekommen hatte, Blut ins Auge, und er war bereits sehr erschöpft. Asmund zog Hildir beide Füße weg, während Egil ihn am Kopf festhielt, und so brachen sie ihm das Genick und das war sein Ende.
Dann begaben sie sich zum Gesetzessprecher Skrögg. Er hatte neunzig Trolle erschlagen und die übrigen baten um Gnade. Die, die da hinausgehen wollten, wo Skinnefja stand, liefen von Klippen hinunter und töteten sich dadurch.
Sie hielten sich über Nacht dort auf und Arinnefja kam zu ihnen. Am Morgen nahmen sie alles Wertvolle aus der Höhle und plünderten alles. Dann begaben sie sich mit der Alten nach Hause. Dort waren die Schwestern, und sie freuten sich über ihr Kommen. Sie blieben den Winter über unter guter Bewirtung dort.
Im Frühling brachen sie auf, um ihre Männer zu treffen. Zum Abschied übergaben sie Arinnefja und dem Gesetzessprecher Skrögg Riesenheim, und sie trennten sich in Freundschaft. Sie nahmen alle Kostbarkeiten mit, die zuvor genannt worden waren. Dann begaben sie sich zu ihren Männern und kamen in der letzten Winterwoche zu ihnen. Es gab ein freudiges Wiedersehen und sobald es Fahrtwind gab, stachen sie in See und hielten nicht an, bevor sie zu König Tryggvi kamen.

17. Kapitel
König Tryggvi empfing sie und seine Töchter gut. Sie brachten dem König viele Kostbarkeiten und erzählten ihm die ganze Wahrheit über ihre Reise. Der König dankte ihnen vielfach für ihre Fahrt. Wenig später ließ der König eine Thingversammlung einberufen, und auf diesem Thing gab er vor den Leuten die Versprechen bekannt, die er denen gegeben hatte, die seine Töchter finden würden. Wenn sie lieber etwas anderes hätten, würde er sie mit Gold und Silber belohnen, aber beide antworteten zugleich, daß sie die Mädchen heiraten wollten, wenn das auch deren Wille sei. Diese meinten, daß sie ihnen ihr Leben verdankten und sagten, daß sie keine anderen Männer wählen würden, wenn diese zur Auswahl standen. Schließlich bekam Egil Bekkhild und Asmund Brynhild. Der König ließ nun die Hochzeit vorbereiten. Egil sagte, er wolle zuerst seinen Vater treffen, falls der noch lebte, und herausfinden, wie es um das Reich stand, das ihm zuzustehen schien. Asmund sagte, er wolle nach Osten in die Tatarei fahren um seinen Blutsbruder Herraud zu seiner Hochzeit einzuladen. Dann wurde der Hochzeitstermin festgelegt und wann sie zurück kommen sollten. Es ist nichts anderes berichtet als daß ihre Fahrt gut verlief.
Als Egil nach Götaland kam, begab er sich zu seinem Vater. Dieser erkannte ihn erst nicht, weil er glaubte, Egil sei seit langem tot. Er erzählte seinem Vater alles, was ihm widerfahren war und was zuvor berichtet wurde, und zeigte ihm die Narbe an seiner Hand, da wo sie abgeschlagen worden war, und auch das Schwert mit der Röhre daran, das der Zwerg ihm angefertigt hatte. Sie ließen nun den Zwerg Regin einen Schwertgriff daran machen, und so war es ein gutes Stück. Egil lud nun seinen Vater zu der Hochzeit ein, und er, die Mutter Egils und seine Schwester fuhren dorthin. Als sie auf König Tryggvi trafen, waren bereits Herraud und Asmund angekommen. Der König empfing sie alle gut und man mußte nicht lange warten, bis ein angemessenes Fest begann. Dort konnte man allerlei Musikinstrumente hören und viele Höflinge sehen. Es wurde an nichts von der besten Verpflegung, die man in dieser Gegend bekommen konnte, gespart.
Bei diesem Fest ließen sich die Leute dadurch unterhalten, daß Egil und Asmund von ihren Fahrten erzählten. Es heißt, daß, um ihre Geschichte zu bekräftigen, auch Skinnefja und Arinnefja dort waren und ihre Geschichte bestätigten. Die Königin Ingibjörg erkannte Arinnefja, und sie versöhnten sich vollständig. Das Fest dauerte einen ganzen Monat. Am Ende des Festes fuhr jeder zu seiner Wohnstätte und die Gäste erhielten angemessene Geschenke. Egil gab Herraud das Hemd, das Bekkhild gemacht hatte, und Asmund gab ihm den Ring, den ihm die Alte geschenkt hatte, und das Schwert, das zuvor Gaut besessen hatte.
König Tryggvi war damals schon ein alter Mann und er bat Egil, da zu bleiben. Er sagte, er werde nicht mehr lange leben. Egil sagte, er müsse erst nach Hause nach Götaland fahren, aber er werde innerhalb von zwölf Monaten zurückkommen. Das gestattete ihm der König. Asmund bat Herraud, mit ihm nach Halogaland zu fahren, und Herraud tat ihm den Gefallen.
Arinnefja begab sich nach Hause nach Riesenheim. Die Königin Ingibjörg gab ihr ein so großes Butterfaß, wie sie es gerade noch hochheben konnte. Arinnefja sagte, daß so etwas in Riesenheim schwierig zu bekommen sei. Asmund gab ihr zwei Stück Schweinespeck, die so schwer waren, daß jedes ein Schiffspfund wog. Der Alten erschienen diese Sachen besser, als wenn man ihr ihr Gewicht in Gold gegeben hätte. Sie trennten sich in Freundschaft.

18. Kapitel
Als nächstes begaben sich Asmund und Herraud auf ihre Schiffe. Sie hatten die guten Drachen, die zuvor Visin und Bolabjörn gehabt hatten. Es ist nichts von ihrer Fahrt berichtet, bis sie im Norden nach Halogaland kamen. Als die Landesbewohner ihre Drachen sahen, meinte König Ottar zu wissen, daß diese Männer von weit her gekommen seien. Sobald sie angelegt hatten, errichteten sie ihre Zelte. Asmund ging mit elf Männer zu seinem Vater und grüßte den König ehrenhaft. Der König erkannte ihn nicht, aber seine Mutter erkannte ihn, sobald sie ihn sah, und umarmte ihn. Ottar fragte, wer der Mann sei, mit dem sie so freundlich tue, und Asmund sagte die Wahrheit. Da wurde nun ein prächtiges Fest gefeiert und sie saßen einen Monat lang bei guter Bewirtung dort und erzählten dem König von ihren Fahrten. Dem König schien alles gut und glücklich verlaufen zu sein.
Herraud sagte dann zu Asmund, daß er nach Osten nach Götaland segeln und um die Hand von König Rings Tochter Äsa anhalten wolle. Asmund hielt das für eine gute Idee. Sobald sie Fahrtwind bekamen, segelten sie nach Osten nach Götaland, und Egil und König Ring empfingen sie gut. Dann trug Herraud seine Werbung vor und bat um Äsa, und seine Worte wurden gut aufgenommen und er bekam sie mit einer angemessenen Mitgift zur Frau. Ihre Hochzeit wurde sofort gefeiert und verlief gut.
Als dieses Fest vorbei war, segelten Egil und Herraud ins Baltikum, während Asmund die Herrschaft über Götaland übernehmen sollte, sobald König Ring starb. Als sie in die Tatarei kamen, war König Tryggvi gestorben. Egil wurde zum König erhoben und er und Bekkhild lebten von da an dort. Herraud blieb in seinem Reich und sie kamen dann nicht mehr hierher in den Norden.
Asmund fuhr nach Hause nach Halogaland und herrschte dort lange. Sein Sohn hieß Armod. Dieser heiratete Edny, die Tochter König Hakon Hamundssons aus Dänemark, und von ihnen stammt ein großes Geschlecht ab. Starkad der Alte erschlug diesen Armod im Bad, und das war seine letzte Untat.
Brynhild lebte nicht lange, und Asmund verheiratete sich daraufhin mit der Tochter König Soddans von Serkland. Er mußte die Hochzeit auf einem Schiff abhalten, weil sie ihn verraten wollten. Asmund ließ das Schiff bauen, das Gnod hieß und das größte Schiff war, das es jemals nördlich des Ägäischen Meeres gab, soweit die Menschen wissen. Von diesem Schiff bekam Asmund seinen Beinamen und wurde Gnod-Asmund genannt. Er wurde für den größten König der Vorzeit gehalten, der nicht über ein ganzes Volk herrschte. Er kam bei Læsø um und mit ihm dreitausend Mann. Die Leute erzählen, daß Odin ihn mit einem Speer durchbohrt habe, als er über Bord sprang. Gnod sank mit ihrer ganzen Ladung auf den Grund und nichts von ihr und dem, was darauf war, kam wieder zu Tage.
Und damit beenden wir diese Geschichte.


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 Sehr gut, ich würde mich über weitere Sagaübersetzungen freuen.
 Gut, aber einige Mängel hat die Saga schon.
 Geht so, ich würde aber nicht noch mehr solche Geschichten lesen wollen.
 Gar nicht, und ich habe nicht vor, weitere solche Sagas zu lesen.
 Ich sehe das differenzierter und teile meine Meinung im Gästebuch mit.



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