Wikingermarkt in Ale Mai 2006

Am 6. und 7. Mai fand in Ale, ca. 35 km nordöstlich der schwedischen Stadt Göteborg, ein Wikingermarkt statt. In Ale wird ein wikingerzeitlicher Hof nach dem Vorbild des Hofes von Tissø in Dänemark errichtet. Bis jetzt steht erst ein Haus, das allerdings bereits sehr sehenswert ist. Während des Marktes war auf dem Götaälv, der in unmittelbarer Nähe vorbeifließt, ein wikingerzeitliches Handelsschiff zu besichtigen, das nach Vorlage des im Göteborger Stadtmuseum ausgestellten Äskekärrschiffes konstruiert wurde.
Auf dem Markt selbst hatten zahlreiche Handwerker und Wikingergruppen, die auch aus entfernteren Gegenden Schwedens angereist waren, ihre Stände und Zelte aufgebaut. Es konnten beispielsweise nach wikingerzeitlichen Vorbildern gefertigter Schmuck, Lederwaren, Kleidung und Honig erworben werden. Es gab auch Handwerksvorführungen wie etwa Brettchenweben und nålbindning (ein Vorläufer des Strickens, der in Deutschland eher unbekannt ist). Eine Gruppe spielte knattleikr, ein (manchmal recht brutales) Ballspiel, das auf Island bis ins Mittelalter sehr beliebt war.
Was im Vergleich mit vielen deutschen Mittelaltermärkten auffiel, war, daß es keine Stände mit Ramsch - sprich, Plastikschwertern, Esoterikbedarf und dergleichen - gab. Das Ganze war offensichtlich keine kommerzielle Veranstaltung. Ein weiterer, deutlicher Unterschied: Es gab keinen Alkoholausschank und damit auch nicht die in Deutschland meist unvermeidbaren Besoffenen. Vielleicht endete der Markt auch deswegen bereits um vier Uhr nachmittags. Das Publikum schien im Schnitt älter zu sein als das auf deutschen Märkten, es waren aber auch viele Familien mit Kindern dabei.
Alles in allem war es ein sehr schöner Markt, der übrigens jährlich stattfindet.




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