Museen und Plätze in Schweden

 

Ales Stenar

Vor der Christianisierung wurden für Tote öfters sogenannte Schiffsteinsetzungen errichtet: Durch aufgestellte Steine wurde die Form eines Schiffes markiert. Man vermutet, daß das symbolische Schiff für eine wie auch immer vorzustellende Fahrt ins Jenseits gedacht war. Schiffsteinsetzungen gibt es in sehr unterschiedlichen Größen; eine der größten und berühmtesten sind die ungefähr 600 n.Chr. errichteten Ales Stenar in Skåne (Südschweden). Sie liegen an einer steilen Küste und sind dadurch vom Wasser aus weithin sichtbar.

Der direkt unterhalb der Steine liegende Ort Kåseberga ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider schlecht zu erreichen, immerhin fahren einige Busse unter der Woche. Für Besucher mit Auto oder Fahrraad steht ein Parkplatz am Anfang des Weges hinauf zu den Steinen zur Verfügung. Der Weg ist deutlich mit Schildern markiert und daher leicht zu finden. Kurz vor den Steinen stehen einige Informationstafeln.

Infos des Riksantikvarieämbete (englisch/schwedisch)

 

 

Anundshög

Nur wenige Kilometer außerhalb der am Mälarsee gelegenen Stadt Västerås steht der höchste erhaltene Grabhügel Schwedens. Das gesamte Gebiet um den Hügel herum ist sehr reich an vorgeschichtlichen Hinterlassenschaften. So gibt es mehrere kleinere Hügel, mehrere Schiffsteinsetzungen und eine Reihe von Bautasteinen, die einen Weg markieren und deren Errichter sich in einem am selben Platz stehenden Runenstein nennt ("Folkwid errichtete alle diese Steine für seinen Sohn Hedin, Anunds Bruder. Vraid ritzte die Runen"). Die Eriksgata, der Weg, den neugewählte schwedische Könige im Mittelalter reiten mußten, um sich bestätigen zu lassen, ging hier vorbei. Einige Kilometer weiter nördlich steht eine mittelalterliche Kirche; nach Süden kommt man an weiteren Grabhügeln, einem Steinlabyrinth mit unbekannter Funktion und einem weiteren Grabfeld vorbei. Die Hügel, auch Anundshögen selbst, sind größtenteils noch nicht archäologisch untersucht.

Verläßt man Västerås mit Auto oder Fahrrad in östlicher Richtung, ist der Weg zum Anundshög gut ausgeschildert. Vor Ort sind zahlreiche (u.a. deutschsprachige) Informationstafeln aufgestellt. Man sollte mindestens 2 Stunden für den Ausflug zu diesem großartigen Platz einplanen.

 

 

Birka

Birka, westlich von Stockholm auf der Insel Björkö im Mälarsee gelegen, war während der Wikingerzeit eine bedeutende Handelsstadt, die u.a. 830 n.Chr. von dem frühen deutschen Missionar Ansgar besucht wurde. Warum die Stadt gegen Ende des 10. Jahrhunderts aufgegeben wurde, ist unklar. Birka ist vor allem durch die Massen von Funden, die bei archäologischen Ausgrabungen zu Tage kamen, bekannt geworden. Sie geben einen detaillierten Einblick in das Leben in einer wikingerzeitlichen Stadt. Etliche davon sind in Historiska Museet in Stockholm zu sehen, aber inzwischen existiert auch vor Ort auf Björkö ein Museum zur Geschichte dieses Platzes.

Nach Birka kommt man mit dem Boot von Stockholm aus; dort fährt im Sommer täglich ein Schiff von Strömma Kanalbolaget von der Stadshusbron aus. Der recht hohe Preis für die gut zwei Stunden dauernde Fahrt beinhaltet auch eine Führung und den Eintritt in das Museum.

Infos des Riksantikvariämbete (Englisch/Schwedisch)

 

 

Foteviken - Wikingerreservat

In Foteviken, ca. 20 Kilometer südlich von Malmö (Skåne, Südschweden) wird seit 1995 eine komplette wikingerzeitliche Stadt nachgebaut. Es stehen bereits mehr als 20 Häuser und ständig kommen neue dazu. Es sind immer einige Handwerker/Stadtbewohner vor Ort, die den Besuchern ihre Tätigkeit erklären bzw. die Stadt zeigen, aber ein Blick in den Terminkalender auf der Homepage von Foteviken kann sich lohnen, da bei besonderen Veranstaltungen (wie z.B. dem einmal jährlich stattfindenden großen Wikingermarkt) wesentlich mehr Leben in der Anlage herrscht als an gewöhnlichen Tagen. Der Eintrittspreis beinhaltet eine Führung.

Leider ist Foteviken mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut zu erreichen; man kann zwar den Bus nach Höllviken nehmen und dort an der ersten Haltestelle aussteigen, doch dann ist es noch ein ganzes Stück zu laufen. Mit dem Auto oder Fahrrad fährt man bis zum Ortseingang von Höllviken und folgt dann der Beschilderung.

Foteviken Homepage mit u.a. Besuchsinfos und Terminen (schwedisch/englisch)

 

 

Stadsmuseet Göteborg

Das Stadtmuseum der westschwedischen Großstadt Göteborg zeigt neben viel Sehenswertem zur Stadtgeschichte auch ein 1933 gefundenes Wikingerschiff (allerdings wurde die ursprüngliche Form aus gutem Grund nicht wieder hergestellt; interessant ist, daß es als einziges bisher gefundenes Wikingerschiff eine Runeninschrift enthält); rundherum gibt es eine kleinere Ausstellung zur Wikingerzeit.

Homepage (schwedisch)

NORRA Hamngatan 12
411 14 Göteborg

 

Greby - völkerwanderungszeitliches Grabfeld

An der Straße zwischen Tanumshede und Grebbestad in der Region Tanum liegt linkerhand ein großes Grabfeld aus der Zeit von ca. 200 - 600 n.Chr. Es besteht aus zahlreichen Grabhügeln und hohen, aufgerichteten Steinen, die an die Verstorbenen erinnern. Die bei archäologischen Grabungen gemachten Funde befinden sich heute im Historischen Museum in Stockholm.

Mit dem Bus steigt man an der Haltestelle Greby gravfält aus und geht wenige hundert Meter, bis man die Hügel erreicht. Es gibt auch einen Wanderweg von Tanumshede aus, der durch ein Naturschutzgebiet führt; in dem Fall empfiehlt es sich aber, eine Karte mitzunehmen.

 

 

Kivikgrab

In dem an der schwedischen Südostküste gelegenen kleinen Ort Kivik befindet sich einer der bekanntesten Grabhügel aus der nordischen Bronzezeit. Der ca. 1000 v.Chr. aus Steinen errichtete Hügel war ursprünglich wohl höher als heute und hatte einen Durchmesser von 75 Metern. Er umschloß eine aus 8 großen Steinplatten gebildete Grabkammer. Zwar hat sich archäologisch wenig in dem Grab nachweisen lassen, aber auf den Platten sind Felszeichnungen eingeritzt, die neben meist paarweise auftretenden Symbolen unbekannter Funktion offenbar auch eine Art religiöses Ritual zeigen. Es gibt nur wenige andere Gräber, in denen solche Felsbilder gefunden wurden; über ihre Bedeutung ist viel spekuliert worden. Leider wurde der Hügel in der Neuzeit u.a. von Grabräubern aufgesucht und als Steinbruch verwendet; erst 1931 wurde er restauriert und gründlich archäologisch untersucht. Die Eingangsplatte fehlt und ihre Bilder sind nur von älteren Zeichnungen her bekannt; eine weitere Platte war stark beschädigt und wurde nach Zeichnungen rekonstruiert.

Heute ist die Grabkammer von einer Betonkammer umschlossen und kann von Mitte Mai bis Ende August besucht werden. Nach Kivik kommt man gut mit Bus oder Auto, in unmittelbare Nähe des Grabes gibt es einen Parkplatz. Geht man die Straße wenige hundert Meter weiter, kommt auf der linken Seite ein großes Grabfeld (Ängakåsen) aus der jüngeren Bronzezeit (ca. 1000-500 n.Chr.), ein Schild weist darauf hin. Dort gibt es zahlreiche, Gräber markierende Steinsetzungen zu sehen, u.a. eine beeindruckende, ca. 60 Meter lange Schiffsteinsetzung; außerdem erkennt man deutlich den Platz, an dem zwei bronzezeitliche Häuser standen.

Das sogenannte "Königsgrab" von Kivik ist eines der meistbesuchten vorgeschichtlichen Denkmäler Schwedens; dagegen ist die Chance, auf dem Grabfeld Ängakåsen alleine zu sein, deutlich höher, da dieses nur wenigen Kivikreisenden bekannt zu sein scheint.

Infos des Riksantikvarieämbete (englisch/schwedisch)

 

 

Historiska Museet Stockholm

Das Historische Museum in Stockholm hat neben mehreren anderen sehenswerten geschichtlichen Dauer- und Sonderausstellungen auch eine große, ständige Wikingerausstellung. U.a. sind wunderschöne gotländische Bildsteine und eltiche Runensteine zu sehen. Den "Goldraum" des Museums mit u.a. vielen wertvollen Stücken aus der Völkerwanderungszeit sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen.

Das Museum ist sehr groß, aber übersichtlich aufgebaut. Leider fehlen oft Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken. Wie in vielen Stockholmer Museen ist der Eintritt kostenlos.

Homepage (schwedisch/englisch)

Narvavägen 13-17, 114 84 Stockholm

 

 

Trelleborg

Während der Regierungszeit des dänischen Königs Harald Blauzahn wurden in dessen Herrschaftsgebiet, das auch das heutige Südschweden umfaßte, mehrere kreisrunde Burgen errichtet - wohl um das umliegende Land besser kontrollieren zu können. In dem Ort Trelleborg (Skåne, Südschweden) ist ein Viertel einer solchen Burg an ihrem ursprünglichen Platz nachgebaut worden. Die Anlage ist rund um die Uhr zugänglich, die Besichtigung kostenlos. Außerdem findet sich im Ort ein kleines Museum, das u.a. über die Ausgrabungen informiert. Vor der Burg stehen zwei Runensteine.

Die Burg ist vom Busbahnhof aus in ca. 15 Minuten bequem zu Fuß erreichbar und auf dem dortigen Stadtplan eingezeichnet..

Infos der Stadt Trelleborg (mit Wegkarte, schwedisch)

 

 

Gamla Uppsala Museum

Seit dem Jahr 2000 gibt es in direkter Nähe der bekannten "Königshügel" in Gamla Uppsala auch ein Museum. Hauptsächlich enthält es eine Ausstellung zur geschichtlichen Bedeutung der Stätte bis in die Gegenwart (u.a. wurden die Grabhügel als Versammlungsort und für Wintersport genutzt); ansonsten sind mangels ausgestellten Fundstücken v.a. verschiedene Holzmodelle und andere Spielereien zu sehen, diesich aber eher an Kinder richten. Insgesamt ein wenig interessantes Museum mit dennoch hohem Eintrittspreis. Der Platz selbst hingegen ist sehr sehenswert und gut mit dem Bus von Uppsalas Stadtmitte aus zu erreichen. Siehe auch den Artikel zu Gamla Uppsala auf diesen Seiten.

Homepage (schwedisch/englisch)

 


Vitlycke Museum Tanum / Felsritzungen in Tanum

Die Region Tanum ist sehr reich an bronzezeitlichen Felsritzungen (schwedisch hällristningar). Die dargestellten Motive und Szenen sind nach wie vor genauso faszinierend wie mysteriös. Ein Teil der Felsritzungen, nämlich die bei Vitlycke, Aspeberget, Litsleby und Fossum, ist touristisch gut erschlossen und kann auf bequemen und nicht besonders langen Wanderpfaden besichtigt werden. Seit 1998 gibt es zudem ein Museum in Vitlycke, das zwar nicht besonders viele Funde ausstellt, dafür aber über einen kompletten bronzezeitlichen Bauernhof mit alten Haustierrassen und Opfermoor verfügt. Allein deshalb lohnt es sich dann doch, den Eintritt fürs Museum zu bezahlen. Direkt gegenüber des Museums beginnt ein kurzer Pfad vorbei an etlichen Felsritzungen und zwei bronzezeitlichen Gräbern. Infos und Karte darüber, wie man zu den anderen oben erwähnten Stellen gelangt, sind im Museum erhältlich.

Leider ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht möglich, das Museum ist eher für motorisierte Touristen ausgelegt. Man kann aber mit dem Bus von Göteborg bzw. Strömstad bis zur Haltestelle Tanumshede centrum fahren. Hier gibt es auch eine Touristinfo. Von der Bushaltestelle aus geht man den Apoteksvägen hinunter Richtung Kirche. Auf der linken Seite kommt man an einem aus zehn Hügeln bestehenden wikingerzeitlichen Grabfeld vorbei. Man geht weiter geradeaus den Riksvägen entlang. Bei der Kirche steht auf der anderen Straßenseite ein Runenstein, der sogenannte Kallebystein. Er ist eine Besonderheit, da er bereits aus dem 5. Jahrhundert nach Christus stammt und mit Runen des älteren Futhark beschriftet ist. Um zum Museum zu gelangen, biegt man aber bereits vor der Kirche rechts ab und geht Richtung Kville. Bald kommt auch ein Schild, auf dem das Museum in 1 km Entfernung angekündigt ist. Leider muß man bis zum Museum, das auf der linken Seite liegt, an einer recht stark befahrenen Straße entlanggehen, es gibt keinen Fußgängerweg. Insgesamt sind es knapp 3 km von der Bushaltestelle bis zum Museum.

Homepage des Vitlycke Museums



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