Es gibt eine Menge Filme sehr unterschiedlicher Qualität, die sich der
Wikingerthematik und der nordischen Mythologie bedienen. Hier eine kleine Auswahl.
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Der 13. Krieger (The 13th Warrior)
| Der arabische Reisende Ahmed ibn Fadlan (Antonio Banderas) wird Zeuge eines Wikingerbegräbnisses. Als die Skandinavier die Nachricht ereilt, ihre Heimat werde von furchtbaren Monstern bedroht, schließt er sich als 13. einer Gruppe von Kriegern unter dem Anführer Buliwyf an und zieht mit ihnen nach Norden. Dort erwarten ihn harter Kampf und unvorstellbares Grauen ... | |
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Dieser unter der Regie John McTiernans und Michael
Chrichtons gedrehte Film kam 1999 in die Kinos. Die Geschichte stützt
sich anfangs auf einen Reisebericht des historischen ibn Fadlan, der darin
tatsächlich die Bestattungsfeier in etwa so beschreibt, wie sie im
Film in eindrücklicher Weise gezeigt wird. Dies dient allerdings
nur als Aufhänger, denn von da an verlagert sich die Handlung immer
mehr in den Fantasybereich. Hier sind vor allem bei dem altenglischen
Epos Beowulf Anleihen vorgenommen worden, sowohl was das Namensmaterial
betrifft als auch die Verteidigung einer Halle gegen ein nachts anrückendes
Ungeheuer und der Kampf gegen ein weibliches Monster in einer hinter einem
Wasserfall verborgenen Höhle. Ausstattung und Handlung sind keineswegs
realistisch, so wird etwa in einer Szene mittels eines Schleifsteins aus
einem Wikingerschwert ein Krummsäbel gefertigt und die vorgeblichen
"Wikinger" reden modernes Norwegisch miteinander. |
| Ein englischer König wird von Wikingern getötet und seine Frau von deren Anführer Ragnar vergewaltigt. Ohne Wissen Æellas, des Nachfolger auf dem Thron, gebiert sie einen Knaben (Tony Curtis), der ohne Kenntnis seiner Herkunft als Sklave bei den Wikingern aufwächst. Als erwachsener Mann gerät er in Konflikt mit Ragnars anderem Sohn Einar (Kirk Douglas), nicht zuletzt da beide in die walisische Prinzessin Morgana (Janet Leigh) verliebt sind ... | |
| Richard Fleischers Film aus dem Jahr 1958 bedient alle Wikingerklischees zur Genüge: Saufen, Raufen, Vergewaltigen und ständiges Oooodin-Rufen gibt es hier ohne Unterlaß. Die Geschichte ist vage an die isländische Saga von Ragnar loðbrók angelehnt, allerdings wird Ragnar in dieser in eine Schlangen-, nicht in eine Wolfsgrube geworfen. Mit dem historisch oder archäologisch Belegbaren wird äußerst frei umgegangen, so läßt sich beispielsweise der Kompaß, der in "Die Wikinger" eine so große Rolle spielt, für die Wikingerzeit nicht nachweisen. Dank seiner bewußten und teils wohl auch unfreiwilligen Komik kann dieser Film aber als ein wahrer Klassiker des Genres gelten, den es sich anzuschauen lohnt . |
Í skugga hrafnsins (Im Schatten des Raben)
| Trausti kommt nach Jahren der Ausbildung in Norwegen zurück nach Island und gerät sofort in einen Machtkampf zwischen seiner eigenen Familie, dem reichen Eirikur und dem Bischof Hörður. Als Traustis Mutter von Eiriks Leuten getötet wird, zündet Grímur, ein Knecht Traustis, Eiriks Haus an und tötet diesen. Die Schuld fällt auf Trausti, der sich aber mit Eiriks Tochter Isold aussöhnt, was durch beider Hochzeit bekräftigt werden soll - sehr zum Unwillen des skrupellosen Bischofs, dessen Sohn Hjörleifur Isold eigentlich versprochen war ... | ![]() |
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| Wenn einem ein Gott etwas verbietet, sollte man es besser auch nicht machen. Das muß der junge Thjalfi erfahren, der trotz Thors Warnung beim Abendessen einen der Knochen von Thors Bock zerbricht. Als der Gott am nächsten Tag mit seinem Hammer das Tier wieder lebendig macht, lahmt es an einem Bein und der Rotbärtige ist stinksauer. Doch Loki schlägt vor, als Entschädigung einfach Thjalfi und dessen Schwester Röskva mit nach Asgard zu nehmen. So gelangen die beiden in das faszinierende Reich der Götter. Thor nimmt sie sogar mit auf eine Fahrt zum hinterlistigen Utgardloki... | |
| Auf Basis von Peter Madsens dänischen Walhalla-Comics
kam 1986 dieser Zeichentrickfilm in die Kinos, der jetzt auch in Deutschland
auf DVD erhältlich ist. Er erzählt die Geschichte von Thors
Fahrt zu Utgardloki in einer etwas abgewandelten, kinderfreundlichen Version.
Ein lustiger Film mit schönen Bildern, der oft, aber nicht immer
mit Snorri Sturlusons Edda übereinstimmt. Leider ist auf der DVD nur die deutsche, nicht aber die dänische Sprachversion enthalten. |
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| An alle, die gedacht haben, schlimmer kann's nicht werden mit den kläglichen Versuchen, ein über 1200 Jahres altes Versepos in einen Blockbuster zu verwandeln: Es kann! Der neue Beowulf ist nicht nur über die Maßen peinlich, schon das ganze Ambiente lässt dem Zuschauer ein riesiges Fragezeichen aus dem Kopf wachsen: Alpenhohe schwarze Berge und zweihundert Meter tiefe Felsschluchten in Dänemark?? Gigantische Steinburgen mit himmelshohen Türmen und Brücken im 6. Jahrhundert?? Darüber ließe sich viellicht noch mit einem Auge hinwegsehen, wenn wenigstens die literarischen Tatsachen nicht derart ins Lächerliche gezogen worden wären. Sätze wie "Von Hrothgars Schande wird man singen bis zu den Gestaden Vinlands" (zu einer Zeit da Vinland - das im übrigen niemals auch nur annähernd so etwas wie Gestade vorzuweisen hatte - noch knapp 500 Jahre auf seine Entdeckung warten musste) oder Hrothgras Ausspruch "Dieses Horn erbeutete ich in der Schlacht gegen Fafnir den Drachen" können einem unbedarften Zuschauer schon mal den kalten Schweiß ausbrechen lassen. Und von welcher schönen Isländerin sang der betrunkene Däne beim Fest? Vielleicht von einem verkleideteten irischen Mönch?? |
| Von diesen brutalen Fehlgriffen einmal abgesehen ist der Film - woran auch die teilweise übertriebenen Gewaltdarstellungen nicht ändern können - ausgesprochen langweilig. Die computergenerierten Figuren entbehren jeglicher Mimik und auch der 100 Meter lange Drache reißt einen kaum aus dem Tiefschlaf. Grendel hat mit dem Unhold des Epos etwa so viel zu tun wie der albernste bluttriefende Zombie mit einem waschechten Wiedergänger. Hier hatten sich die Macher dieses "Werkes" wohl gedacht, mit ihrem wirklich widerlichen 5-Meter-Grendel vom Film abzulenken, der Glaubwürdigkeit des Unholds hat dieser Versuch aber leider den letzten Rest gegeben. Wie auch beim Drachen ersetzt Quantität eben nicht Qualität. Qualität beweist hingegen Beowulfs gestählter Körper, den er dann auch bei jeder sich bietenden und nicht bietenden Gelegenheit auf's Theatralischste seiner Kleider entledigt. Bleiben nur noch die Fragen übrig, wieso sich Schauspieler wie Anthony Hopkins oder John Malkovich für so einen Blödsinn hingeben und wann Hollywood endlich aufhört, ein so wunderbares Stück Weltliteratur wie den Beowulf zu vergewaltigen. Rezensentin: Marie Schnack, Bonn |
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| Nach Graham Bakers 1999 erschienenem "Beowulf", einem übelst schlechten Film, der nur sehr entfernt etwas mit dem altenglischen Epos zu tun hatte und die Handlung in eine postapokalyptische Zukunft verlegte, kam 2005 eine neue Verfilmung des Stoffes unter der Regie von Sturla Gunnarsson in die Kinos. Diese folgt ziemlich genau der literarischen Vorlage, natürlich mit gewisser interpretatorischer Freiheit: | |
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Der dänische König Hrothgar läßt eine prächtige Trinkhalle bauen. Doch schon in der ersten Nacht nach der Einweihung, als Hrothgars Gefolge tief betrunken schläft, kommt Grendel, ein riesiger Unhold, und richtet ein Blutbad unter ihnen an. Keiner scheint etwas gegen das Monster ausrichten zu können, bis der gautische Held Beowulf mit seinen Männern und der festen Absicht, den Troll zu besiegen, in der Halle erscheint. Doch es stellt sich nach und nach heraus, daß Grendel gar kein Troll ist und noch dazu einen guten Grund hat, sich an den Dänen zu rächen... "Beowulf and Grendel" bleibt trotz einiger Hinzufügungen, etwa der Rolle einer im ursprünglichen Werk nicht vorkommenden Hexe, äußerst nah am Inhalt des Heldenepos, deutet aber dessen Hintergrund sozial und psychologisch. Auf übernatürliche Elemente wird - mit Ausnahme von Grendels Mutter - vollkommen verzichtet. Hrothgar ist hier nicht der ruhmreiche König, sondern ein körperlich und seelisch ruinierter Säufer, der sich seiner Aufgabe, sein Gefolge zu beschützen, nicht mehr gewachsen sieht. Grendel ist kein Monster, sondern ein körperlich und geistig Behinderter, dessen Vater einst von Hrothgars Leuten ermordet wurde. Beowulf selbst ist kein Haudrauf, sondern ein eher nachdenklicher Held, der das, was er tun muß, am Schluß bereut. Doch am Ende des Films beginnt bereits ein Dichter, Beowulfs Taten zu glorifizieren - ein durchaus interessanter Ansatz.
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Was aber die Ausstattung des Filmes betrifft, so ist diese etwas karg: Mit Ausnahme der Königshalle und einiger Fischerhütten tauchen kaum Gebäude auf, der König der Gauten scheint gar völlig obdachlos zu sein, da es sich wohl nicht gelohnt hätte, für eine einzige Szene eine zweite Halle zusammenzuzimmern. Zwar spielt die Handlung größtenteils in Dänemark, doch wurde hier - aus welchem Grund auch immer - als Drehort stattdessen Island gewählt, das absolut nicht dänisch wirkt, dem Film andererseits natürlich zu schönen Landschaftsaufnahmen verhilft. Die Historizität der verwendeten Kleidung, Rüstung und Waffen kann ich nicht beurteilen, die dargestellte Religion - Thorshämmer, Valhall als Kriegerparadies etc. - ist aber nicht die des 6. Jahrhunderts, sondern eher spätwikingerzeitlich bzw. die der hochmittelalterlichen schriftlichen Überlieferung - mangels anderer Quellen ein durchaus verständlicher Anachronismus. Trotz der sparsamen Ausstattung ist "Beowulf and Grendel" also durchaus sehenswert. Es schadet allerdings nicht, auch das Epos selbst zu lesen. Der Film endet nämlich mit der Rückfahrt des Helden nach Gautland - und so erfährt man nichts vom Kampf des gealterten Beowulf gegen den Drachen... |
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Eine Wikingersiedlung in England wird von den Engländern
blutig vernichtet. Der Wikingerhäuptling Harald fällt im Kampf, seine
beiden kleinen Söhne überleben aber. Es gelingt den wenigen überlebenden
Wikingern, einen davon - Iron - mit ins "Land der Wikinger" (so heißt
es in diesem Film jedesmal) zu nehmen, den anderen - Erik - findet kurz darauf
die englische Königin und adoptiert ihn, jedoch sagt sie ihm nie, woher
er stammt. Die beiden Brüder haben eine Tätowierung mit dem Zeichen
ihres Stammes auf der Brust.
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20 Jahre später wird Iron zum Anführer der wikingischen Flotte, Erik der der englischen. Da ein Gefolgsmann eines machtgierigen englischen Barons Sabotage ausübt, verbrennt das englische Flaggschiff und die Wikinger landen auf England, wo der Baron sie heimlich in die Burg einläßt und sie somit ohne Kampf siegen. Iron setzt den Baron als Verwalter ein und reist wieder ab, wobei er die Königin als Geisel mitnimmt. Seltsamerweise wird nun Erik, der beim Kampf über Bord ging, an der wikingischen Küste angespült (wie er dorthin kommt ist mir ein Rätsel), und trifft auf eine wunderschöne blonde Tempeldienerin. Diese verliebt sich in ihn und sie fliehen zusammen mit der Königin zurück nach England. Iron verfolgt sie mit seinem Heer und bereitet sich auf den Kampf gegen das der Königin vor, welches eigentlich die Burg wieder einnehmen sollte. Erik fordert Iron zum Zweikampf heraus, wobei sich durch die Tätowierung herrausstellt, daß sie Brüder sind. Glücklich verkünden die beiden die Neuigkeit, doch der Baron erschießt Iron mit einem Pfeil. Im Sterben liegend verlangt Iron, seine Frau (ebenfalls wunderschön und blond) zu sehen, welche sich jedoch auf der Burg in der Gewalt des Barons befindet. Erik klettert heimlich die Burgmauer hinauf und befreit sie, während das wikingische und englische Heer zusammen die Burg zurückerobern. Damit endet der Film. |
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Wer sich ein wenig mit Wikingern auskennt, dem stehen bei diesem Machwerk des 1980 verstorbenen italienischen Trashregisseurs Mario Bava die Haare zu berge. Die Geschichte und die Ausstattung sind komplett erfunden - fehlen nur noch die Hörner auf den Helmen. Ich kann wirklich nur jedem davon abraten, sich diesen Schund anzusehen.
Dieser Film mit dem Originaltitel "The Long Ships" aus dem
Jahr 1963 von Regisseur Jack Cardiff basiert auf Frans Bengtssons berühmtem
Roman "Die Abenteuer des Röde Orm".
Allerdings wurde die Handlung stark abgeändert. In den Hauptrollen sind Richard
Widmark als Rolf, Russ Tamblyn als Orm und Sidney Poitier als Scheich El Mansuh
zu sehen.
Auf der Grundlage des "Röde Orm" hätte man einen genialen Film drehen
können. Doch dieser Schrott bedient nur die Ansprüche eines Hollywoodblödsinn
gewohnten Publikums, das billige Unterhaltung ohne jegliche Logik erwartet.
Ein normaler Mensch sollte sich diesen Film wirklich nicht antun.
Zu Beginn wird der Wikinger Rolf, der sich im Orient aufhält, dem dort herrschenden
Scheich El Mansuh vorgeführt. Dieser sucht nach einer sagenhaften goldenen
Glocke, von deren Existenz auch Rolf überzeugt ist, da er sie bei einer Schiffsfahrt
im Nebel erklingen hörte. Es gelingt ihm zu flüchten und nach Skandinavien
zurückzukehren, wo gerade am Hof seines Vaters König Harald von Dänemark
zu Gast ist, da er ein Schiff kaufen will. Rolf überzeugt seinen Bruder Orm,
mit ihm auf die Suche nach der Wunderglocke zu fahren. Sie nehmen König Haralds
Tochter Gerda als Geisel, stehlen das Schiff mitsamt einigen Männern der
Besatzung und stechen in See. Harald läßt sofort etliche seiner Schiffe
zur Verfolgung ausrüsten.
Während der Reise kommt es zu Schwierigkeiten mit der Besatzung, doch plötzlich
hören sie die Glocke ertönen. Nun kommt ein starker Sturm auf und sie
werden an der maurischen Küste angespült. Es stellt sich heraus, daß
sie im Gebiet El Mansuhs gelandet sind, welcher sie sofort gefangennehmen läßt
und wiederum erfahren will, wo sich die Wunderglocke befindet. Als wirklich einer
den Standort verrät, kann Mansuh noch immer nicht dorthin aufbrechen, da
er selbst weder geeignete Seeleute noch Schiffe für die gefährliche
Reise besitzt. Er benötigt also die Hilfe der Wikinger, und nach einigem
hin und her einigt man sich darauf, daß das Langschiff repariert wird und
mit den Nordmännern als Besatzung sowie der Leibgarde Mansuhs dorthin fahren
wird.
Sie entdecken tatsächlich auf einer felsigen Insel die riesige Glocke,
welche sie dann an Mansuhs Hof transportieren. Dort angekommen stellt sich
heraus, daß inzwischen König Harald dort gelandet ist und die
Mauren besiegt hat. Es kommt zum Kampf zwischen Wikingern und Arabern, bei
welchem Mansuh stirbt. Harald verzeiht Rolf den Diebstahl seines Bootes
und die Entführung seiner Tochter, da er nun ja die Glocke als Ausgleich
besitzt.

Ursprünglich hatte ich betreffs der Verfilmung dieses erstklassigen
Romans hohe Erwartungen, doch dieser Film ist im Vergleich zum Buch absolut
lächerlich. Er bedient mal wieder zahlreiche Wikingerklischees: Bei
einer Feier saufen die Nordmänner ununterbrochen Met und prügeln
sich, sie wollen bei der Seefahrt eine Jungfrau opfern, um die Götter
zu besänftigen und sind selbstverständlich allesamt groß,
blond und blauäugig.
Die eigentliche Geschichte aus dem Roman wurde völlig abgeändert und
ist kaum noch zu erkennen. Ab und zu tauchen plötzlich einzelne Szenen aus
dem Buch auf, als zum Beispiel einer der Wikinger bei der Schiffsreparatur einen
Aufseher in den Teerkübel wirft. Der Regisseur scheint sich nach Belieben
einzelne Stücke der Geschichte genommen und sie zufällig aneinandergereiht
zu haben - der Rest des Films entspringt seiner eigenen Fantasie. Die Hauptfiguren
haben überhaupt nichts mit denen des Romans gemeinsam.
Dazu kommt noch, daß das Ganze völlig unrealistisch ist: Harald Blauzahn
hat mit Sicherheit nicht im Orient einen ganzen Maurenstaat erobert, mal abgesehen
davon, daß mit "Orient" in diesem Fall eigentlich Spanien gemeint sein muß,
denn dort lebten zur Wikingerzeit Araber (auch die Handlung des Buches spielt
teilweise dort) - eine Tatsache, die dem Regisseur wohl unbekannt gewesen sein
muß. Des weiteren fällt die riesige Goldglocke einen steilen, felsigen
Berg hinunter ins Wasser, wo sie seltsamerweise auf der Oberfläche schwimmt
und nicht den geringsten Kratzer abbekommen hat... Außerdem wurde immer
in der gleichen Landschaft gefilmt (in Jugoslawien), weshalb man auch zwischen
der Heimat der Wikinger, Skandinavien, und der der Mauren keinerlei Unterschied
erkennen kann. Manchmal fragt man sich sogar, ob der ganze Film vielleicht eine
Kömodie darstellen soll, da etliche Szenen auf witzig gedrillt sind - lachen
konnte ich allerdings über diese lahmen Späßchen nicht.
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Dieser Film des italienischen Regisseurs Giacomo Gentilomo
aus dem Jahr 1960 basiert auf einer erfundenen, nur scheinbar historischen Hintergrundgeschichte.
Der Wikinger Harald (Cameron Mitchell) und sein jüngerer Bruder Guntar
(Girogio Ardisson) kommen nach langen Jahren auf See wieder zurück in ihr
Heimatdorf, das allerdings in der Zwischenzeit von dem Tyrannen Swen (Edmund
Purdom) völlig zerstört worden ist. Als sie erfahren, daß auch
ihr Vater heimtückisch ermordet worden ist, schwört Harald Rache und
ruft sämtliche Wikingerkrieger zusammen, darunter auch den Intriganten
Haakon, der sich selbst gern in der Rolle des Anführers sehen würde.
In der Zwischenzeit plant Swen ein Bündnis mit dem König von Dänemark
einzugehen, um gemeinsam gegen die Wikinger zu kämpfen. Der dänische
Botschafter, auf dessen Ankunft Swen vergeblich wartet, wurde allerdings unlängst
von Harald (mitsamt dessen Schiff) gefangen genommen. Harald gibt sich nun auf
Swens Burg selbst als Gesandter Dänemarks aus und lernt nun nicht nur das
Innere der Burg, sondern auch die schöne Gultred (Nando Tamberlani) kennen,
in die er sich verliebt. Unterdessen hat Haakon im Heimatlager der Wikinger
heimlich den wahren Botschafter freigelassen und diesen zu Swens Burg geschickt.
Guntar wird bei seiner Verfolgung von Swens Männern gefangen genommen und
in dessen Kerkern gequält. Als der Botschafter die Burg erreicht, kann
Harald, der dort noch immer verweilt, seine Tarnung nicht länger aufrecht
erhalten und flieht zusammen mit seinem Bruder, der dabei stirbt. Harald tötet
den Verräter Haakon und sammelt die Wikinger zum finalen Angriff auf die
Burg, der letztendlich auch gelingt. Swen fällt dabei durch Haralds Schwert
und Gultred kann nun ihren geliebten Harald heiraten.
Es handelt sich hier um einen der massenhaft vorhandenen Billighistorienfilme,
die auf Authentizität nicht den geringsten Wert legen. Zwar wurden nicht
allzu viele Wikingerklischees verarbeitet, aber vieles ist dennoch völlig
lächerlich. So zum Beispiel die Tatsache, daß dieser König Sven
von Norwegen "die Wikinger" ausrotten will - man fragt sich, was er selbst als
Norweger dann ist? Daß die gesamte Handlung frei erfunden ist, ist ohnehin
klar, aber selbst dann hätte man sie noch halbwegs logisch gestalten können,
was hier nicht der Fall ist. Wenn sich der glattrasierte, blonde Wikinger Harald
mit lauten Odinsrufen ins Schlachtgetümmel stürzt, kann man sich allerdings
über die Naivität der Filmemacher köstlich amüsieren. Der
gesamte Film wirkt unfreiwillig komisch und kann keinesfalls ernstgenommen werden.
Es handelt sich bei diesem 1995 erschienenen US-Film mit dem Originaltitel
"Viking Sagas" um eine fiktive Geschichte aus der frühen Besiedlungszeit
Islands, welches damals in Bezirke eingeteilt wurde, denen jeweils ein Gode,
der vor allem als Gesetzesprecher beim jährlichen Althing fungierte, vorstand.
"Icelandic Saga" ist im Vergleich zu anderen Wikingerfilmen relativ realitätsnah;
die Geschichte hätte sich zumindest teilweise so zutragen können.
Auch die Ausstattung der Schauspieler an Waffen, Kleidung und ähnlichem
wirken vor der isländischen Landschaft als Kulisse überzeugend. Dennoch
bedient sich selbstverständlich auch dieser Film reichlich in der Klischeekiste.
Der "Held" ist natürlich groß, blond und immer glattrasiert. Brutale
Opferrituale gehören für Regisseur Michael Chapman offensichtlich
auch zu einer "richtigen" Wikingergesellschaft: Kjartans Vater will sich selbst
Odin opfern und wickelt zu diesem Zweck seine Innereien um einen Felsen - daß
ein solches Opfer ganz anders vonstatten ging, stört die Filmemacher nicht,
Hauptsache viel Blut und möglichst widerlich (der gesamte Film spart nicht
an solchen Szenen). Richtige Spannung kommt dank des einfallslosen Drehbuchs
dennoch nie auf; man kann diesen Film also wahrlich nicht als Meisterwerk bezeichnen.
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Um seinen Vater zur rächen, will Kjartan Ketil töten, doch er wird durch
einen Pfeil verwundet und muß sich erneut verstecken. Zusammen mit Gudrun
begibt er sich in eine verlassene Hütte, während Ketils Männer
deren Familie niedermetzeln. Da Gudrun das Amt des Gesetzessprechers nun von ihrem
Vater erbt, plant Ketil, durch sie das Althing zu beeinflussen und läßt
sie entführen. Als dieses stattfindet, tauchen plötzlich Kjartan und
Gunnar auf und kämpfen zusammen mit anderen rechtschaffenen Männern
gegen Ketil, der schon bald durch Kjartan fällt. Damit ist der Kampf entschieden
und das Gesetz auf Island gesichert. Gudrun gebiert einen Sohn, der als Erwachsener
ein Gode wird.
In "Icelandic Saga" strebt der brutale Ketil (Hinrik Olafson) nach Alleinherrschaft
über die Insel und tötet hierzu den Vater von Kjartan (Ralph Moeller),
um dessen "Zauberschwert", das große Macht verheißt, zu bekommen.
Doch Kjartan gelingt es, mit dem Schwert auf den Hof des Gesetzessprechers
Magnus zu fliehen, wo er zunächst freundlich aufgenommen wird. Er verliebt
sich in dessen Tochter Gudrun (Ingibjörg Stefansdottir), die bald darauf
von ihm schwanger wird. Doch schon wenig später stöbern Ketils
Männer sie auf und Kjartan flieht zusammen mit dem erfahrenen, aber
wegen eines Mordes geächteten Krieger Gunnar (Sven-Ole Thorsen) in
die Berge, wo er von diesem das Kämpfen lernt.

Regisseur Anthony Hickox drehte dieses humorvolle Fantasyabenteuer 1997 nach Vorlage der beliebten Comics von Harold R. Foster. Bei Szenenwechseln werden deshalb auch häufig Zeichentrickelemente verwendet.
Eisenherz, der in einem Kloster aufwuchs und seine Eltern nie kennenlernte, dient dem Ritter Gawain als Knappe am Hof des legendären König Artus. Während eines Turniers stehlen Wikinger unter Führung des grausamen Thagnar (Thomas Kretschmann) das Schwert Excalibur, das dem, der es besitzt, die Macht über die gesamte Welt verschafft. Thagnar bringt es seinem Bruder Sligon (Udo Kier), der mit Hilfe der Hexe Morgan Le Fey (Joanna Lumley) über Thule, das Land der Wikinger, herrscht. Doch das Schwert fährt in den Steinboden und nur ein gebürtiger König kann es wieder herausziehen. Morgan glaubt, in ihrem magischen Spiegel Sir Gawain als den Auserwählten zu erkennen, doch es handelt sich in Wirklichkeit um Eisenherz, der in dessen Rüstung die schöne schöne Prinzessin Ilene (Katherine Heigl) zur Burg ihres Vaters geleitet. Die Wikinger entführen daraufhin Sir Gawain und bei einem Rettungsversuch durch Eisenherz und Ilene auch die Prinzessin. Der niedergeschlagene Eisenherz trifft in einem Wirtshaus einen mysteriösen Mann, der ihm zur Überfahrt nach Thule verhilft. Dort stellt sich heraus, daß Eisenherz in Wirklichkeit der rechtmäßige Erbe des Thrones der Wikinger ist, dessen Sippe aber von Sligon vernichtet wurde - nur er wurde gerettet und nach England gebracht. Mit Hilfe seines kurz vorher engagierten Knappen (Warwick Davis) dringt Eisenherz in die Burg ein, um die Prinzessin zu befreien. Sir Gawain wurde bereits von Thagnar getötet, der nun auch seinen Bruder beseitigt, um selbst König zu sein. In einem finalen Kampf besiegt Eisenherz seine Feinde und rettet sowohl Ilene als auch das Schwert Excalibur, welches er König Artus zurückbringt.
Natürlich ist dieser Film im historischen Kontext gesehen völliger Blödsinn - schon alleine, Wikinger und König Artus in der selben Zeit anzusiedeln, ist absurd - aber gerade das macht ihn für Geschichtskenner so lustig. Denn da der Film sich selbst nicht ernst nimmt, kann er auch alle gängigen Fantasy- und Ritterfilmklischees einbringen, die ansonsten negativ auffallen. So sind die Wikinger (teilweise mit Hörnerhelm) natürlich richtig böse, die Prinzessin unglaublich schön und Eisenherz geradezu zum Helden geboren. Dennoch wirkt das ganze keineswegs albern, sondern ist wirklich gut verfilmt. Lediglich die Szene, in der in der Burg gelagerte Feuerwerkskörper explodieren, hätte man sich sparen können. Endlich einmal ein einigermaßen empfehlenswertes Werk!