Der Journalist Rudolf Pörtner, auch Autor des bekannten Buches "Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit", will mit seiner "Wikingersaga" möglichst viele Aspekte der Wikingerzeit beschreiben.

Sein in sieben Kapitel gegliedertes Werk beginnt mit der Erläuterung der Frage, warum die Wikinger nach neuen Gebieten außerhalb ihrer Heimat strebten. Anschließend werden die historischen Fakten kriegerischer Natur genannt. Es folgt eine Beschreibung der wikingischen Gesellschaftsordnung, danach ein kurzer Abstecher in die nordgermanische Mythologie. Nun beschreibt Pörtner das tägliche Leben der wikingischen Bauern, somit also auch ihren Nahrungserwerb durch Landwirtschaft und Fischfang. Hierauf folgt ein detaillierter Bericht über den Handel in der Wikingerzeit und die wichtigsten Handelsstätten wie Haithabu und Birka. Abschließend beschäftigt sich Pörtner noch mit der Christianisierung des Nordens und den hierbei auftretenden Konflikten mit dem alten Glauben.

    Die Wikinger Saga

Das Buch bietet einen gelungenen Überblick über zahlreiche Facetten des Lebens in der Wikingerzeit. Pörtner beweist mit seinen detaillierten Erläuterungen enormes Fachwissen. Allerdings ist das ganze Buch etwas trocken geschrieben; man sollte also keine Spannung erwarten. Teilweise versucht Pörtner auch zu stark, sich von der Wikingerverehrung im Nationalsozialismus abzugrenzen, was oftmals übertrieben verächtlich und spöttisch wirkt. Besonders bei den Ausführungen zur Christianisierung hätte ich mir mehr Objektivität gewünscht. Alles in allem handelt es sich jedoch um ein durchaus lesenswertes Werk.




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Gustav Faber: Die Normannen

Gustav Faber, ein freier Schriftsteller aus Karlsruhe, beschreibt in diesem Buch mit dem Untertitel "Piraten, Entdecker, Staatengründer" hauptsächlich seine Eindrücke von Orten mit wikingischer Vergangenheit, welche er bereist hat. Zwischen seinen ausführlichen Ortsbeschreibungen liefert er immer historische Informationen zum jeweiligen Schauplatz.
Er beginnt in Skandinavien, genauer gesagt in Norwegen. Hierbei bringt er noch Ausführungen zu Göttervorstellungen und Bestattungssitten der Nordgermanen mit ein. Anschließend beschäftigt er sich mit den Überfällen der Wikinger auf Europa; danach mit dem Reich der Waräger auf dem Gebiet des heutigen Rußland. Danach erläutert er die Entdeckung Amerikas; hierauf folgt ein ziemlich langes Kapitel über die Invasion in England und die anschließende normannische Herrschaft durch Wilhelm den Eroberer. Nun kommt er auf die Anfänge des süditalienischen Normannenreiches zu sprechen - schiebt dazwischen noch einmal einige Seiten über die damalige Sitation in England ein - und bespricht letztendlich die normannische Herrschaft über Sizilien.

Ich muß sagen, daß mich dieses knapp 300seitige Werk nach den ersten Kapiteln enorm zu nerven begonnen hat. Faber pflegt trotz offensichtlich nicht besonders großer Sachkenntnis auf diesem Gebiet eine sehr ausschweifende Erzählweise. Seine Reiseerfahrungen dürften (was zugegebnermaßen nicht seine Schuld ist) heute kaum mehr jemanden interessieren, da sie inzwischen älter als 40 Jahre und somit nicht mehr aktuell sind. Somit fällt eine Verwendung dieses Buches als Reiseführer schonmal weg... Kommen wir nun zu den geschichtlichen Inhalten. Faber springt ständig von einer Zeit in die andere und verfährt bei den Orten genauso. Während er gerade noch über Sizilien berichtet, befindet er sich im nächsten Satz auf einmal in der Normandie. Die Inhalte sind noch dazu schlecht recherchiert: So kommt es vor, daß Faber anstatt Yggdrasil "Ydrasil" schreibt - um nur einen der vielen Fehler zu nennen. Teilweise will er auch Geschichten, die eindeutig seiner eigenen Fantasie entstammen, als Wahrheit verkaufen, indem er sie zwischen historische Fakten einbaut, als ob sie ebenfalls durch seriöse Quellen nachgewiesen wären.

    Auch der Bucheinband sieht nicht mehr allzu gut aus... ;-)

Eines muß ich dem Buch dennoch zu Gute halten: Man kann sich dadurch zumindest einen groben Überblick über die politischen Verhältnisse zur damaligen Zeit machen - den Details gegenüber, die Faber liefert, sollte man allerdings mißtrauisch sein und sie lieber durch andere Quellen nachprüfen. Ich persönlich kann "Die Normannen" jedenfalls aufgrund der genannten Mängel nicht weiterempfehlen.




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Weltbilds Lese- und Bastelspaß: Bei den Wikingern

Bei diesem zuerst in den USA erschienenen und in Deutschland vom Weltbild-Verlag herausgegebenen Werk handelt es sich, wie der Titel schon ahnen läßt, um ein Kinderbuch. Es enthält auf 60 Seiten etliche kurze Artikel zu verschiedenen Bereichen des Wikingerlebens. So werden zum Beispiel die Götterwelt der Germanen, das Familienleben, die Gesellschaft und das Kriegshandwerk kurz erklärt. Zur Verdeutlichung der Texte sind zahlreiche Fotos enthalten. Da es sich auch um ein Bastelbuch handelt, sind unter anderem Anleitungen zum Herstellen eines Thorshammers, eines Langhausmodells, eines Trinkhorns, eines Schildes und einiger anderer Gegenstände enthalten. Es handelt sich hierbei natürlich um kindgerechte Versionen (der Schild zum Beispiel ist aus einem großen Stück Karton), also nichts für Viking-Reenactment ;-) Im Anhang befindet sich noch ein kurzes Glossar, in dem einige Begriffe erklärt werden.     Weltbild-Verlag: Bei den Wikingern
Als Geschenk für Kinder von acht bis etwa zwölf Jahren dürfte dieses Buch durchaus geeignet sein. Die Texte sind leicht verständlich geschrieben, auch wenn einiges sehr vereinfacht und dadurch nicht unbedingt ganz richtig dargestellt wird. Insgesamt dürfte es, unter anderem auch durch die Bastelanleitungen, durchaus dazu geeignet sein, Kinder für die Wikingerwelt zu begeistern. Übrigens zahlte ich bei Weltbild lediglich 5 DM dafür. Allzu viel sollte man sich bei diesem Preis natürlich nicht davon versprechen, allerdings können sich Wikingerexperten köstlich über einige der Inhalte amüsieren.




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