Dieses Buch des bekannten schwedischen Schriftstellers Franz G. Bengtsson (1894-1954) ist weltberühmt und wurde unter dem Titel "Raubzug der Wikinger" verfilmt. Die Geschichte spielt zur Zeit des Dänenkönigs Harald Blauzahn, also in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Sie beschreibt das abwechslungsreiche Leben des Wikingers Röde Orm.
Die kanadische Schriftstellerin Joan Clark lebt auf Neufundland. Ihr Buch "Eriks Tochter" (Originaltitel: "Eiriksdottir") handelt von den Wikingerfahrten von Grönland aus nach Nordamerika und basiert auf historischen Fakten.
Joan Clark ist ein spannendes und gleichzeitig sehr interessantes Buch gelungen, in dem nicht nur die historisch nachweisbaren Gegebenheiten gut eingefügt wurden, sondern vor allem das harte Alltagsleben der grönländischen Wikinger sehr realistisch und ohne falsche Beschönigung beschrieben wird. Clark hat in zahlreichen Quellen gut recherchiert; die Geschichte hätte sich tatsächlich so zutragen können. An den eigenwilligen Erzählstil, nämlich häufige Sprünge in die Vergangenheit und Wechsel des Erzählers (vieles wird zum Beispiel von einem christlichen Schreiber, der mit nach Leifsbudir genommen wurde, berichtet) muß man sich allerdings erst gewöhnen. Jedenfalls dürfte, wer sich viel mit der Wikingerzeit beschäftigt, Gefallen an diesem Buch finden.
Freydis wächst in Grönland als uneheliche Tochter Eriks des Roten (der die Besiedlung der Insel eingeleitet hatte) auf. In Rückblicken erfährt man von ihrer Jugend und somit auch von der Geschichte ihrer Familie, unter anderem der Entdeckung Vinlands durch ihren Halbbruder Leif. Freydis wird mit Thorvard, einem hervorragenden Jäger, verheiratet. Da dieser aber kaum zu Hause ist und ohnehin von Viehhaltung und Hausbau wenig versteht, müssen Freydis und ihre drei Kinder in einer ärmlichen Hütte leben, womit die stolze Freydis alles andere als zufrieden ist.
Daher plant sie, eine Fahrt nach Leifsbudir zu unternehmen, also zu dem (wahrscheinlich auf Neufundland gelegenen) Ort, wo Leif überwintert hatte. Durch den Gewinn, den diese Unternehmung abwerfen soll, plant sie, ihr Leben um einiges verbessern.
Da zu dieser Zeit (um 1015) gerade die isländischen Händler Finnbogi und Helgi, zwei Brüder, mit dem gleichen Vorhaben auf Grönland den Winter verbringen, verabredet sie mit diesen, die Häuser ihres Bruders in Leifsbudir zu teilen; im Gegenzug sollen ihr die Isländer ein eigenes Schiff bauen. Freydis, ihr Mann und etliche Grönländer segeln mit Leifs altem Schiff, der "Vinland", dort hin.
Josef Nyary lebt als freier Journalist in Hamburg und hat bereits mehrere historische Romane verfaßt. Die "Vinland Saga" handelt von der Entdeckung Nordamerikas durch die Wikinger, wie sie uns in der Eiriks Saga und in der Grönländer Saga überliefert ist.
Die Hauptperson ist ein junger Norweger namens Aris, der zu Beginn des Buches erstmals an einer Wikingfahrt teilnimmt, bei der die friesische Stadt Brimun überfallen wird. Dabei verliebt er sich in die Nonne Frilla, die von Thorhall dem Waidmann entführt und später dessen Freund Erik dem Roten zum Geschenk gemacht wird. Nach dem Raubzug schließt sich Aris Bjarne Herjulfssohn an, der zum neuen Wohnsitz seines Vaters auf Grönland segeln will. Doch unterwegs wird das Schiff von einem langandauernden Sturm weit nach Westen abgetrieben, wo die Wikinger ein bewaldetes, ihnen unbekanntes Land erblicken. Doch anstatt anstatt dieses zu erkunden, beschließt Bjarne, nach Norden zu fahren, um Grönland zu erreichen, was ihm schließlich auch gelingt. Da Bjarnes Vater von ihm fordert, nicht noch einmal zu dem neuentdeckten Land zu fahren, siedeln sich die Wikinger auf Grönland an, wo Erik der Rote, der Erforscher dieses Landes, zum Thingsprecher gewählt wird. Erik muß auf Drängen seiner Frau Frilla aus seinem Haus verweisen, doch er läßt ihr einen eigenen Hof erbauen, wo sie ihm eine Tochter namens Freydis gebiert. Neben Frilla wurde auch der Mönch Tyrker nach Grönland verschleppt, wo sich dieser mit Eifer daran macht, die Menschen dort zu bekehren.
Man merkt beim Lesen dieses Buchs, daß Nyary die nordischen Sagas und die Edda gründlich gelesen hat - allerdings hätte er sich vielleicht zu letzterer ein wenig Hintergrundinformationen beschaffen sollen. Denn nicht alle Inhalte der Edda entsprechen auch wirklich dem Volksglauben der damaligen Zeit. Nyary jedoch läßt seine Charaktere diese überaus häufig zitieren und auch der ständige, mitunter völlig unnötige Gebrauch von Metaphern trägt nicht gerade zum Lesefluß bei. Richtiggehend lächerlich sind allerdings die Versuche des Autors, Witze in sein Werk einzubauen. Größere Spannung vermag daher nur selten aufzukommen. Auch fragt man sich, wie es sein kann, daß in einem an und für sich historischen Roman, der größtenteils der schriftlichen Überlieferung folgt, ein sprechender Felsen, ein Troll und des öfteren Widergänger auftauchen. Dadurch und durch die Oberflächlichkeit der vorkommenden Charaktere wirkt vieles unglaubwürdig. Und Nyarys Behauptung im Nachwort, die letzten Grönländer seien nach Vinland gesegelt, ist eine durch nichts belegbare Erfindung des Autors.
In den folgenden Jahren kommt es noch zu mehreren Vinlandfahrten. Auf einer davon stirbt Leifs Bruder Thorwald durch einen indianischen Pfeil, und auch der Versuch Thorfinn Karlsefnis einige Zeit später mit den Eingeborenen Handel zu treiben, schlägt letztendlich fehl. Nach einem Schiffsbruch allerdings lebt Aris lange Zeit unter den Indianern und erlernt sogar deren Sprache. Auch die listige und durchtriebene Freydis unternimmt eine Vinlandfahrt mit blutigem Ende...
Ein Pluspunkt dieses 700-seitigen Romans ist allerdings, daß er größtenteils die historischen Vorgänge korrekt nachzeichnet und damit zumindest für Leser, die etwas über das damlige Geschehen erfahren wollen, interessant sein dürfte.