Simek liefert mit diesem Lexikon dem interessierten Leser ein sehr nützliches Nachschlagewerk zur germanischen Mythologie, das zur weiteren Beschäftigung mit dieser anregt. Die einzelnen Artikel sind kurz, aber verständlich und informativ verfaßt und werden durch Querverweise auf andere Begriffe ergänzt. Dieses Werk ist vor allem wegen seiner vielen Literaturhinweise hervorragend als Grundlage für eigene Nachforschungen geeignet. Allerdings ist darin nichts zur Heldendichtung enthalten.
Rudolf Simek, Professor für Ältere Germanistik mit Skandinavistik an der Universität Bonn, hat sich durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen über Wikingerzeit und germanische Mythologie einen Namen gemacht. In diesem 1995 in ergänzter Fassung erschienenen Lexikon finden sich mehr als 1700 Einträge zu Begriffen aus der Mythologie, wobei vor allem die skandinavischen Überlieferungen, aber auch ältere Quellen berücksichtigt wurden. Auch werden darin einige Begriffe der Archäologie und Volkskunde erklärt. Es empfiehlt sich bei der Arbeit mit diesem Buch, die jeweils angegebenen Textstellen in einer Eddausgabe nachzuschlagen, um das Dargelegte zu vertiefen. Weiterhin finden sich unter jedem Eintrag Hinweise auf Sekundärliteratur, die Informationen zum jeweiligen Aspekt enthält. Teilweise hat der Autor auch neuzeitliche Darstellungs- und Verwendungsformen der Mythologie aufgeführt, so zum Beispiel Myrkvidr als "Mirkwood" in J.R.R. Tolkiens "The Hobbit".
Da Hasenfratz möglichst viele Informationen in möglichst wenig Worte zu fassen versucht, bleibt sein Buch auch durchwegs interessant, wenn auch teilweise schwer zu verstehen. Ein wenig Vorwissen sollte man schon haben, zumindest könnte es nicht schaden, die Inhalte der Edda zu kennen. Der Autor belegt zwar beinahe alle Aussagen mit Quellenangaben, dennoch ist es teilweise ein Problem, daß er völlig unterschiedliche Quellen zusammenfaßt, weshalb einiges etwas verworren erscheint. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist, daß Hasenfratz sich beinahe jeglicher persönlichen Wertung enthält, wodurch sein Werk im Vergleich zu vielen anderen wohltuend objektiv wirkt. Aufgrund des geringen Umfangs läßt es sich relativ schnell durchlesen.
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Die Prosaedda ist zur Beschäftigung mit der germanischen Mythologie trotz
ihrer teilweisen christlichen Beeinflussung neben der Älteren Edda unerläßlich.
Wegen des relativ geringen Preises und der guten Anmerkungen empfiehlt sich diese
Ausgabe.

Die sogenannte Prosaedda Snorri Sturlusons stellt im Wesentlichen ein
Lehrbuch für Skalden dar, enthält aber auch eine Zusammenfassung
der altnordischen Mythologie aus Snorris Sicht (genauere Informationen über
diese Edda finden sich im "Vorwort" zur
Mythologie unter "Schriftliche Quellen"). Es findet sich darin zunächst
das Vorwort Snorris, in dem er eine euhemeristische Erklärung des Asenkultes
liefert. Daran schließt sich Gylfaginning, König Gylfis Täuschung,
an. Der weitaus größte Teil widmet sich der Sprache der Dichtkunst,
indem Strophen vieler verschiedener Skalden zitiert und die Kenninge erklärt
werden. An das eigentliche Werk ist ein Teil mit relativ guten erläuternden
Anmerkungen angefügt; im Anschluß werden die zitierten Eddalieder
und Skalden aufgeführt sowie einige Literaturhinweise gegeben. Das
Nachwort enthält ausführliche Informationen zu Autor und Werk.
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